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NWZonline.de Region Bremen

Coronakrise: „Engel“ verteilen Essen an Bedürftige

28.03.2020

Bremen Immer neue Menschen kommen, die drei Warteschlangen bleiben lang. Am Freitag haben die „Bremer Suppenengel“ auf der Bürgerweide ein großes Zelt aufgestellt, um Obdachlose und Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen. Es ist ein Ersatz dafür, dass der Verein in der Coronakrise kein Essen mehr kochen darf. Das Zelt hat der Bremer Schaustellerverband zur Verfügung gestellt. Es soll vier Wochen lang täglich von 12.30 bis 14.30 Uhr öffnen.

Eine lange Reihe von Tischen ist aufgebaut. Brote und Brötchen, Milchprodukte, Suppen und Obst stehen vorsortiert bereit. Helfer reichen den Bedürftigen, die sich alle an den Sicherheitsabstand halten, was sie brauchen. Eine Kundin hat keine Küche. Mit Soßen kann sie daher nichts anfangen. Helfer Martin (38) von den „Suppenengeln“ holt für sie aber eine Tomaten- und eine Spargelsuppe. Dafür reicht warmes Wasser aus dem Suppenkocher. Besonders beliebt seien fertiger Kartoffelsalat, gespendet von einem Bremer Restaurant, sowie Wurst und Joghurt, sagt Martin, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte. Für Obdachlose ohne Kochgelegenheit gibt es abgepackte Tüten.

Manuela Müller (43) aus Bremen, die sonst in einem Hotel arbeitet, steht hinter einem Tisch mit Gemüse. Besonders beliebt seien Möhren. Anne Drostel (63) steht vor dem Tisch und reicht das Gemüse an die Kunden hinter einer Absperrung. Etwa 15 „Suppenengel“ sind im und vor dem Zelt tätig. „Wir versuchen, das Team möglichst klein zu halten, um nahe Begegnungen zu verhindern“, sagt der Geschäftsführer der „Suppenengel“, Peter Valtink.

Die Ehrenamtlichen tragen Schutzmasken, wie auch einige Kunden. 138 Bedürftige kommen an diesem Tag vorbei. 40 weitere werden mobil durch zwei Fahrräder mit Lebensmitteln versorgt. Eine 58-jährige Kundin erzählt: Sie habe ihren Job in der Gastronomie 2019 wegen einer Krebserkrankung aufgegeben. Zusätzlich leide sie unter Arthrose. Schon der Besuch bei den „Suppenengeln“ sei anstrengend, da sie nicht gut lange stehen könne. Sie erzählt von ihrer früheren Arbeit in der Gastronomie, bei der sie teilweise zwölf Stunden auf den Beinen gewesen sei. „Früher habe ich nie den Euro umgedreht.“ Sie habe den Eindruck, dass in der Krise alles etwas teurer werde.

Den Eindruck bestätigt auch ein weiterer Kunde, 41, der kürzlich von Cuxhaven nach Bremen gekommen ist und hier in einer Obdachlosenunterkunft lebt. „Es sind immer ein paar Cent“, sagt er und vermutet, die höheren Preise werden nach der Krise bleiben. Er freut sich nicht nur über die Ausgabe in dem Zelt, sondern auch darüber, dass ein Streetworker vorbeikommen will.

Resi Reinke (75), Vorsitzende der „Suppenengel“, ist sehr zufrieden mit der Ausgabe im Zelt. Sie freut sich über das Entgegenkommen des Schaustellerverbands und darüber, dass dieser das Zelt auch bewacht. Sie und Valtink loben Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne), deren Vermittlungsarbeit das alles erst ermöglicht habe. Vorher sei die Ausgabe in einem Gebäude am Gleis 1 des Hauptbahnhofs gewesen, der aktuellen Winterlocation der „Suppenengel“. Problem: Die Kunden hätten recht eng und dicht neben dem Gleis stehen müssen.

Durch Spenden von Restaurants soll es im Versorgungszelt immer mal warme, abgepackte Speisen geben, sagt Valtink. Nächsten Dienstag steht Kohl mit Pinkel auf dem Plan.

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