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NWZonline.de Region Bremen

Coronavirus: Schausteller hoffen auf direkte Hilfen

20.03.2020

Bremen Bei den Bremer Schaustellerverbänden hat man vollstes Verständnis für die Absage der Osterwiese. „Gesundheit geht vor“, sagt Susanne Keuneke (53), Vorsitzende des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute Bremen. Die Absage der Osterwiese und auch weiterer Märkte stürzt aber viele Schausteller in eine existenzgefährdende Krise. Die Branche habe es früh getroffen, schon seit einem Monat würden Veranstaltungen wegbrechen. „Ein Drittel der Saison fehlt“, sagt Keuneke. Man rechne mit einem Ausfall bis Pfingsten und hoffe auf die Zeit danach.

Wolfgang Ahrens, Geschäftsführer beim Schaustellerverband des Landes Bremen, sagt: „Die Situation kommt für viele Schausteller einer Katastrophe gleich.“ Viele Schausteller seien letztlich klamm. Schlimm sei, dass niemand die Dauer der Krise absehen könne.

Für viele Bremer Schausteller kamen die letzten Einnahmen auf dem Weihnachtsmarkt, für einige, etwa Großanlagen wie Achterbahnen, sogar auf dem vergangenen Freimarkt. „Die Großanlagen müssen am Leben bleiben. Ohne die können wir kein Volksfest gestalten“, sagt Keuneke. Die Finanzdecke sei im Frühjahr in allen Jahren dünn. Die Osterwiese sei dann immer ein wichtiger Meilenstein.

„Wir hoffen auf direkte Hilfen. Kredite müssen irgendwann zurückgezahlt werden“, sagt Keuneke. Auch das könne Betriebe überfordern. Die Schausteller begrüßten, so Keuneke, dass in vielen Bundesländern Hilfspakete für Familien- und Kleinbetriebe geschnürt werden.

Bis jetzt seien alle Versuche, über die Hausbanken an die Aufbaubanken zu kommen, ins Leere verlaufen, so Ahrens. Das habe er auch selbst erlebt. „Es herrscht Unsicherheit, was man jetzt machen kann.“

Auch Mitarbeiter aus dem Ausland seien bereits da, denen nun eine Rückkehr, etwa nach Rumänien, wegen der geschlossenen Grenzen nicht möglich sei, sagt Keuneke. „Die Schausteller wollen das Personal halten. Es wäre dramatisch, wenn die Kräfte aus dem Ausland weg sind. Sie sind eingearbeitet, und sie kommen womöglich nicht wieder ins Land hinein.“ Es sei nun möglich, dass diese Mitarbeiter Kurzarbeitergeld bekommen.

Derweil haben Schausteller Manfred Howey (76) und sein Team das Karussell „Happy Sailor“ in einer Halle am Firmensitz in der Neustadt aufgebaut. Gerade sind die tragenden und beweglichen Teile von Lack und Farbe befreit und vom TÜV geprüft worden. Das ist alle zwölf Jahre fällig.

Nun steht noch die alljährliche TÜV-Prüfung der Technik und Elektrik an. Normalerweise würde die nach dem Aufbau auf der Osterwiese erfolgen. Howey hat für 800 Euro einen Trafo gemietet. Der ist notwendig, denn der TÜV will auch hier das Karussell bei voller Fahrt testen.

Da die normalen Aktivitäten der Schausteller ruhen, hat der Schaustellerverband Bremen die Aktion „Hand in Hand“ ins Leben gerufen und bietet seine Ressourcen für die Hilfe in Notsituationen an. So sollen die verfügbaren Lkw zum Transport lebenswichtiger Güter zur Verfügung gestellt werden. Kräne und Werkzeuge könnten zudem Polizei und Feuerwehr unterstützen.

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