BREMEN - Die große Koalition habe in Bremen ein unübersichtliches Schulsystem hinterlassen, das einem „riesigen Flickenteppich gleicht“. Das sagte Susan Mittrenga, Landesvorsitzende der Grünen, am Dienstag. Die Bremer Schüler seien abgehängt worden. Und immer noch verlassen Jahr für Jahr knapp 500 junge Leute in Bremen die Schule ohne jeglichen Abschluss. „Das ist in hohem Maße skandalös.“

Die Grünen wollen umsteuern, um die Bildungschancen aller zu verbessern und mehr Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Am Dienstag präsentierten Mittrenga und Vorstandskollege Andre Heinemann den anwesenden Journalisten die Schulentwicklungspläne des Landesvorstands, über die die Landesmitgliederversammlung am Montag, 29. September, debattieren soll.

Mittrenga will das „Fundament stärken“. Sie plädiert für eine frühe Sprachföderung. Diese soll bereits in den Kindergärten durchgeführt werden. Desweiteren sollen Grundschulen und Schulzentren zu zehnjährigen Stadtteilschulen weiterentwickelt werden.

In diesen sollen Abschlüsse nach der zehnten Klasse als auch das Abitur nach zwölf und 13 Schuljahren angeboten werden. Durchgängige Gymnasien soll es auch geben – nur fürs Abitur nach zwölf Jahren.

Neue Gymnasien sollen nicht mehr eingerichtet werden. Der Leitantrag der Grünen unterscheidet sich nur wenig von dem, den der Koalitionspartner SPD vor gut drei Wochen vorlegte. Nur heißt bei den Sozialdemokraten die Stadtteilschule „Oberschule“.

Auf die Bezeichnung „Stadtteilschule“ legen die Grünen indes viel Wert. „Damit soll ausgedrückt werden, dass die Schule Teil des gesellschaftlichen Lebens im Stadtteil ist“, sagt Mittrenga.