BREMEN - „Bis zum Jahr 2020 wird die Region um Bremen 27 000 Schüler weniger haben als jetzt – das sind 900 Schulklassen“, sagt Susanne Krebser, Geschäftsführerin des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen, und beruft sich auf Zahlen, die die Demografen vorlegen. Dennoch werde die Region – verglichen mit anderen Gebieten – insgesamt bis 2020 noch glimpflich davonkommen. Die Zahl der Einwohner (1,106 Millionen) werde voraussichtlich „nur“ um 5000 sinken. Und, das zeigt die Schülerzahl, die Menschen werden immer älter, der Nachwuchs fehlt.
Grund genug, sich der Herausforderung des demografischen Wandels in Europa zu stellen. Das Thema berühre viele Lebensbereiche wie Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Infrastruktur und Wohnen. Neun Partnerregionen aus Schottland, Norwegen, Belgien, den Niederlanden und Deutschland haben sich zusammengetan, um unter dem Titel „DC Noise“ nach Lösungen zu suchen. Nun bedeutet „Noise“ in diesem Fall keinesfalls Lärm, sondern ist – übersetzt – die Abkürzung für „Demografischer Wandel – Neue Möglichkeiten in einem schrumpfenden Europa“. Rund 50 Vertreter der Partner trafen sich am Dienstag im Haus der Bürgerschaft zu einer Konferenz.
Sowohl Krebser als auch Richard Eckermann, Bau- und Umwelt-Dezernent im Landkreis Osterholz, sehen ein abgestimmtes Vorgehen in der Region und eine gemeinsame Strategie als notwendig an. Für Roos Galjard, Projektmanagerin des für „DC Noise“ verantwortlichen Partners Region Twente, ist Voraussetzung, dass bei den Menschen überhaupt das Bewusstsein dafür geschärft wird, dass die Bevölkerung schrumpft.
