BREMEN - Gespenstisch erhebt sich der Bunker „Valentin“ im Bremer Ortsteil Farge. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten tausende KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter die kolossale U-Boot-Werft zwischen 1943 und 1945 bauen. Nach Bombenangriffen im März 1945 wurden die Arbeiten abgebrochen. U-Boote wurden hier nie produziert. Der Bunker aber blieb stehen, ein Teil davon dient der Bundesmarine seit gut 40 Jahren als Materialdepot.

Ende 2010 will sie es räumen – damit steht die Zukunft des Bunkers als Gedenkstätte in der Diskussion. Nach der Schließung des Depots soll der Bunker in das allgemeine Grundvermögen des Bundes im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministers übergehen. Unklar ist derzeit, wie das Bauwerk dann genutzt und wie die Finanzierung gestaltet wird. Das Land Bremen wolle einen Beitrag zur Erhaltung des Bunkers als Ort des Gedenkens leisten, erklärte Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD). Daran müsse sich aber auch der Bund beteiligen.

An diesem Dienstag will der Senat den Bunker besichtigen. Dabei soll die Zukunft des Gedenkortes mit Brigadegeneral Wolfgang Brüschke und dem Vorsitzenden des Vereins „Geschichtslehrpfad“, Rolf-Dieter von Bargen, erörtert werden.

In den Ruinenteil können Besucher heute nur von außen einen Blick werfen. Lange war der Bunkerbei den Bremern in Vergessenheit geraten. Erst Anfang der 80er Jahre wurde die Öffentlichkeit durch Dokumentationen wieder aufmerksam. 1983 wurde dort ein Mahnmal aufgestellt. Zwischen 1999 und 2005 brachten Theateraufführungen Zuschauer in die Anlage. Seit 2007 ist eine Dauerausstellung im Bunker zu sehen.

www.bunkervalentin.de