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NWZonline.de Region Bremen

Kleine Plakate, große Schiffe

02.04.2019

Bremen Klein wie Briefmarken und ähnlich gestaltet, kursierten sie unter Sammlern. Sie zeigten Schiffe in teilweise stürmischer See und Seenotretter im sturmumtosten Einsatz. Sie, das sind die Quittungs- und Spendenmarken der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), deren Sitz an der Werderstraße in Bremen liegt. Heute werden die bunten Marken längst nicht mehr gedruckt. Verschwunden sind die Marken aus dem Alltagsgebrauch. Aber nicht aus den Alben von Schiffsliebhabern. Auf Sammlerbörsen und auch im Online-Auktionshaus Ebay werden die Spenden- und Quittungsmarken regelmäßig gehandelt. Auch Bücher sind über sie geschrieben worden, eins zum Beispiel stammt von Alfred Kruse aus Oyten.

Die große Zeit der Spendenmarken begann nach dem Krieg und reichte weit in die 1970er-Jahre hinein, so Christian Stipeldey, Sprecher der DGzRS. Ursprünglich waren sie tatsächlich als Quittungsmarken für die Mitgliedskarten der Seenotretter gedacht. Sie dienten aber durchaus auch als Werbeträger für das Rettungswerk.

In deren Zentrale gibt es natürlich ein Archiv, im dem alles sorgsam dokumentiert ist. So sorgsam, dass Sprecher Stipeldey sagen kann: „Ende 1949 brachte die DGzRS zunächst zehn – später 15 – in Wert und entsprechend in Größe verschiedene Spendenmarken heraus, um in der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Werbung und Abrechnung zu erleichtern.“ Die Nennwerte deckten eine beträchtliche Spannbreite ab: zehn Pfennig, 30 Pfennig, 50 Pfennig, eine Mark, drei Mark, fünf Mark, zehn Mark, 30 Mark, 50 Mark und schließlich 100 Mark. Stipeldey: „Kurze Zeit später kamen die Werte 20 Pfennig, zwei Mark, 20 Mark, 200 Mark und 500 Mark hinzu.“ 1961 erschien ein neuer Satz Spendenmarken mit den Werten eine Mark, drei Mark, fünf Mark, zehn Mark, 20 Mark, 30 Mark, 50 Mark, 100 Mark, 200 Mark und 500 Mark.

Wesentlich farbiger und in der Gestaltung praktisch wie ganz, ganz kleine Plakate waren die für den Gebrauch in Schulen herausgebrachten Quittungsmarken zu Nennwerten von zehn Pfennig und 20 Pfennig. Sie wurden in Zehnerbögen gedruckt, unterschiedliche Motive hingen dabei im Bogen zusammen. Das spornte die Markensammler natürlich an.

Der älteste Zusammendruckbogen dieser Art im Archiv der Seenotretter stammt aus dem Jahr 1957, so Stipeldey. „Folgeserien stammen von 1960 und 1963.“ Und: „Die letzten vier Serien erschienen – nummeriert mit I bis IV – in den Jahren 1963, 1965, 1975 und 1976. Dazu wurden als Unterrichtshilfe und Lehrmittel DIN-A4-Sammelbögen mit erläuternden Texten zu den abgebildeten Schiffen herausgegeben.“

Basisarbeit für den maritimen Nachwuchs also, die das spendenfinanzierte Rettungswerk da geleistet hat. Bogen Nummer IV aus dem Jahr 1976 präsentiert zu diesem Zweck zum Beispiel eine Bilderreise durch die Geschichte des 1865 gegründeten Rettungswerks. Über Ruder- und Segelrettungsboote aus dem 19. Jahrhundert und einen 23-Meter-Seenotkreuzer von 1958 geht es bis zum damals hochmodernen 44-Meter-Seenotkreuzer von 1975.

Serie „I“ hatte die weite Welt der Schifffahrt zum Thema – das luxuriöse Passagierschiff „Bremen“ zählte ebenso dazu wie das Segelschulschiff „Gorch Fock“, ein Fischfangschiff und ein großer Tanker. Und – natürlich – ein Seenotkreuzer. Denn ohne die Seenotkreuzer und die DGzRS hätte es die bunte Welt der Quittungs- und Spendenmarken ja auch gar nicht gebeben.

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