BREMEN - Die Mode der Designerin ist weich, fließend und körperbetont. Dazu kommt noch ein Hauch von Avantgarde.
von corinna laubach
BREMEN - Lyrischer hätte der Abend nicht ausklingen können. Tänzerin Agata Zajac verzauberte mit ihren anmutigen Bewegungen das große Haus am Goetheplatz und ließ das extravagante Brautkleid von Designerin Sigrid Schumacher unter Kronleuchtern wahrlich im rechten Licht erscheinen.Gut gelaunt verließ das Publikum nach dem Glanz-akt das Theater. Hinter ihm lag ein Abend, der mit dem Titel „Fusion“, also Zusammenführung, überschrieben war. Und zusammengeführt wurden zu diesem theatralen Showereignis zum einen die Modefans, zum anderen die Theaterliebhaber – wobei erstere eindeutig überwogen.
Das Theater hatte nach der erfolgreichen Erstauflage „Mode meets Opera“ abermals Platz gemacht für die Welt des Glitzers und der Mode. Die Bremer Designerin Sigrid Schumacher, die ansonsten auch gern in Düsseldorf, Paris oder New York präsentiert, konnte praktisch vor der Haustür die Hanseaten bei „Mode meets Theatre“ in ihre Sicht des modischen Frühlings und Sommers 2006 entführen.
„Needlework Fusion“, so hieß das, was die Models auf dem Laufsteg präsentierten und dahinter verbarg sich das, was in diesem Jahr als angesagt gilt, allerdings umgesetzt im Sinne einer Sigrid Schumacher. Die Trendfarben Weiß und Nude durften ebenso wenig fehlen wie knieumspielende Röcke, kräftige Farbakzente aus Pink und Olivgrün und wilde gewollte Mustermixe. Weich, fließend und körperbetont ist die Mode der Sigrid Schumacher, dazu stets mit Extravaganzen und einem Hauch von Avantgarde gespickt.
High-Tech-Materialen und japanische Textilkunst werden mit feinster Spitze kombiniert, es wird drapiert, gerafft und an ausgefeilten Einblicken an Rücken und Dekolleté gearbeitet. Dazu die Lochschnitte, Häkeleinlagen und die gewellten aufgesetzten Nähte, die man mittlerweile durchaus als Schumachers Wiedererkennungszeichen bei ihrem Label „Prototype“ bezeichnen kann.
Wie immens tragbar die neue Kollektion ist, zeigten auch Mitglieder des Opernensembles und abermals die Tänzerin Agata Zajac, die in ihren Parts des Abends in Kleidern der Designerin auftraten. Ob Sybille Specht im apricotfarbenen Citylook oder Zajac im ausgefallenen schwarzen Abendkleid – an diesen Stellen war die „Fusion“ bestens geglückt.
