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NWZonline.de Region Bremen

Digitale Welt: Netz-Kriminalität: Wie man sich schützt

19.02.2020

Bremen Erpressung, Bedrohung, Sabotage: Kriminelle schlagen immer häufiger in der digitalen Welt zu. Häufig bemerken es die Betroffenen gar nicht, was es für die Ermittlungsbehörden schwierig macht, Täter dingfest zu machen. Was User selbst tun können, um sicherer im Netz unterwegs zu sein, welche Fehler oft gemacht werden und wie Täter vorgehen, erklären die Cyber-Crime-Expertinnen Nina Egbers und Ulrike Dunecke von der Bremer Polizei.

Welche Formen der digitalen Kriminalität gibt es?

Die Bandbreite illegaler Aktivitäten im Netz ist sehr groß. Experten unterscheiden unter anderem zwischen Schadsoftwaren (Viren), Daten- und Identitätsdiebstahl, digitaler Erpressung, aber auch das Fernsteuern von Geräten. Auch die Wege, wie Täter in Endgeräte eindringen, sind dabei höchst unterschiedlich. Programme können über E-Mails verschickt werden, verstecken sich in Apps oder werden über öffentliche WLAN-Netze in PC, Smartphone und Co. „eingepflanzt“.

Wie sieht die Situation in Bremen aus?

Laut Egbers und Dunecke ist es schwer, konkrete Zahlen vorzulegen. Das liege unter anderem daran, dass viele Betroffene nichts von den Taten bemerkten beziehungsweise keinen Zusammenhang zwischen der Tat und ihren Folgen herstellen könnten. Viele, so sagen es die Expertinnen, würden auch aus Scham erst gar keine Anzeigen erstatten. Andere hingegen interessiere es einfach nicht. „Wieder andere vertrauen einfach darauf, dass schon nichts passiert“, sagt Nina Egbers.

Nicht viele Anzeigen landen letztlich doch vor Gericht. Zwischen Januar 2013 und November 2018 ermittelte die Staatsanwaltschaft Bremen in insgesamt 91 Fällen im Bereich Cyberkriminalität – 45 Verfahren wurden vorläufig eingestellt. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) blieben die Zahlen zwischen 2016 und 2018 auf ähnlichem Niveau: 2016 wurden 1862 Fälle von Computerkriminalität gezählt, 2017 waren es 1379 und 2018 1314.

Wie gehen Täter vor und wie sind sie organisiert??

Laut Nina Egbers, Ermittlerin im Bereich Cybercrime, gebe es den „klassischen Einzeltäter“, aber auch „hochprofessionelle“ Akteure aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität. Im Netz werden, so Egbers, mittlerweile spezielle „Serviceleistungen“ für Laien angeboten. Heißt: Kriminelle bieten ihre Hacker-Fähigkeiten anderen zu einem gewissen Preis an und führen die illegalen Aktivitäten dann aus. Besonders schwierig wird es für die Ermittler, wenn viele Personen hinter einer Aktion stecken, sagt Nina Egbers. Und das sei oft der Fall. „Einer besorgt Mail-Listen, ein anderer die Software, wieder ein anderer den Trojaner – am Ende gibt es fünf Nasen, und keiner kennt den anderen.“ Daneben haben es die Expertinnen auch mit sogenannten „Innentätern“ zu tun – Personen, die zum Beispiel aus Rache oder Kränkung agieren und Privatfotos oder Firmeninterna preisgeben.

Welche Fehler machen User am häufigsten?

„Viele vertrauen einfach blind und denken sich: ,Warum ich? Ich bin doch viel zu unbedeutend‘“, stellt Ulrike Dunecke vom Präventionszentrum der Bremer Polizei immer wieder fest. Virenprogramme seien häufig nicht aktuell, Passwörter zu kurz oder erst gar nicht vorhanden, zudem werde zu schnell und unüberlegt geklickt. Egal ob kostenfreie Apps, Jobangebote oder Gewinnspiele – immer wieder zeige sich, dass Menschen ihre persönlichen Daten viel zu leichtgläubig zur Verfügung stellten.

Wie schütze ich mich am besten?

„Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht“, sagt Egbers. Doch man könne es den Tätern schwermachen. Passwörter sollten für jeden Log-in verschieden sein und aus mindestens zwölf Zeichen (inklusive Zahlen, Groß- und Kleinschreibung und Sonderzeichen) bestehen. Je länger und komplizierter, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Kriminelle ihr Vorhaben frühzeitig abbrechen. Auf dubiose Forderungen sollte niemand eingehen, unbekannte Anhänge sollten nicht geöffnet werden. Stattdessen empfehlen die Expertinnen, Ruhe zu bewahren, umgehend die Polizei einzuschalten und Beweise zu sichern.

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