BREMEN - Für die Kleinen gibt es ein breites Programm vom Vorlesen bis zur Gartenarbeit. Auch in Halle und Nürnberg sind Ehrenamtliche für das Projekt aktiv.
Von Beate Hinkel
BREMEN - Vor 20 Jahren war es selbstverständlich: Mama fuhr als Begleitperson mit auf Klassenreise, kaufte für die ältere Nachbarin mit ein und Papa engagierte sich im Sportverein. Und heute? Gibt es noch ehrenamtlich tätige Menschen? „Ja, die gibt es“, sagt Urte Möller-Kappauf von der FreiwilligenAgentur in Bremen. Sie muss es wissen, denn die 47-jährige Sozialpädagogin hat in Bremen 18 Monate lang ein bundesweites Pilotprojekt geleitet, das vorrangig Menschen über 55 Jahre stundenweise an Kindergärten vermittelte.In das Kindertagesheim der Arbeiterwohlfahrt beim Ohlenhof in Gröpelingen zum Beispiel kommt Patrick Schulte zwei- bis dreimal in der Woche. Er unterstützt Sonja, die Leiterin der „Wühlmaus“-Gruppe, und kümmert sich vor allem um die Kinder, „die viel unterwegs sind, sich schlecht konzentrieren und nicht lange sitzen bleiben können“, wie er sagt.
Patrick kommt freiwillig, so oft er Zeit und Lust hat in den Kindergarten im Nachbarschaftshaus. Er erhält kein Geld für seine Arbeit, so wie all die anderen Ehrenamtlichen, die sich in Bremen, Halle und Nürnberg an dem bundesweiten Modellprojekt „Große für Kleine“ beteiligt haben. Die meisten von ihnen gehen für zwei Stunden in der Woche in einen Kindergarten und lesen den Kindern etwas vor, spielen mit ihnen Fußball, Theater oder legen mit den Kindern einen Garten an, erzählt Urte Möller-Kappauf.
Nun ist die erste Phase des Projekts abgeschlossen und die Beteiligten sind begeistert. Melis, Michelle, Erik, Kevin und die anderen Kinder finden es gut, dass Patrick zu ihnen kommt. Und der sagt: „Ich bin noch nie so zufrieden gewesen in meinem Leben. Ich bekomme so viel von den Kindern zurück, so viel kann ich gar nicht geben.“
