Bremen - Automobilzulieferer, Logistikunternehmen, Handwerksbetriebe und Großhandel tummeln sich im Gewerbegebiet Hansalinie an der A 1. Sie alle brauchen Strom, viel Strom. Diese Nachfrage hat der Bremer Energieversorger SWB erkannt und rüstet nun mit dem Bau eines neuen Umspannwerks auf. Am Donnerstag gab es die symbolische Grundsteinlegung an der Europaallee, Ende 2021 soll alles fertig sein.

Nach „monate-, jahrelanger Arbeit“ folge nun der „besondere Moment“, sagte Patrick Wittenberg, Geschäftsführer vom SWB-Tochterunternehmen Wesernetz, als er den Bronzezylinder in die Mauersteine packte. Der „besondere Moment“, damit war der nächste Schritt hin zu einem neuen Umspannwerk in Bremens Südosten gemeint. Für das Gesamtpaket, bestehend aus Umspannwerk, Kabelanbindung, Gebäude und Spannungsanlage samt Technik, investiert das Unternehmen rund 7,85 Millionen Euro. Geld, so Wittenberg, das sowohl für die SWB als auch für die Stadt gut angelegt sei und den Standort „immens aufwertet“.

Insgesamt 80 Firmen mit etwa 3600 Mitarbeitern sind im Gewerbegebiet Hansalinie beheimatet – Tendenz steigend. Um dieser potenziellen Erweiterung des Gebiets gerecht zu werden, sei das Umspannwerk so konzipiert, dass es auch in Zukunft den Bedarf an Strom decken könne. „Wir haben mit Luft nach oben geplant, können bei Bedarf einen zweiten Transformator anschließen“, sagte Wittenberg. Schon mit Inbetriebnahme ab dem dritten Quartal 2021 werden seinen Angaben nach rund zwölf Megawatt durch nahe gelegene Windenergieanlagen in das Werk eingespeist. Bereits in diesem Sommer soll das Hauptgebäude auf dem rund 2100 Quadratmeter großen Gelände fertig sein, nach und nach werden dann die Kabelverbindungen zum Umspannwerk am Osterdeich und nach Hemelingen gelegt.

Nach Berechnungen der Baufirmen werden bis zur Fertigstellung etwa 1500 Kubikmeter Erde bewegt, rund 2500 Tonnen Beton und etwa 130 Tonnen Stahl verbaut sein.

Bei der Konzeption des Umspannwerks haben sich die Entwickler von anderen Gewerbegebieten inspirieren und diese Erkenntnisse in ihre Arbeit einfließen lassen, erklärte Wittenberg. Letztlich, das betonte Wittenberg, sei so das „wirtschaftlichste, technisch sinnvollste und zukunftssicherste Ergebnis“ herausgekommen.

Anders als früher, als in den Umspannwerken noch Techniker rund um die Uhr arbeiteten, wird im neuen Werk kein Mensch anwesend sein. Die Technik, so Pressesprecher Christoph Brinkmann, werde vom Betriebsgelände in Woltmershausen aus überwacht.