Bremen - Aus dem Gelben Sack zur Wiederverwertung, aus dem Abfall zurück in den Kreislauf – mit dem symbolträchtigen ersten Spatenstich haben an der Wilhelm-Karmann-Straße (Industriehäfen) am Donnerstag die Arbeiten zum Neubau einer Sortieranlage für Leichtverpackungen begonnen.
Das Sortierkontor Nord – ein Gemeinschaftsunternehmen des Umweltdienstleisters Prezero und des Entsorgers Nehlsen – baut die neue Anlage. Sie soll in einem Jahr fertig sein, um ab Januar 2021 unter anderem Joghurtbecher, Getränkekartons und PET-Flaschen „für einen weiteren Lebenszyklus“ aufzubereiten, wie eine Sprecherin es formulierte.
„Qualitativ wird die vollautomatische Anlage, die für eine Jahreskapazität von maximal 150 000 Tonnen ausgelegt wird, sämtliche Quoten des Verpackungsgesetzes sicher erfüllen“, hieß es am Donnerstag weiter. Die Kosten für den Neubau, in dem etwa 60 neue Arbeitsplätze entstehen werden, beziffert das Sortierkontor Nord auf etwa 40 Millionen Euro.
„Prezero und Nehlsen verfügen über langjährige Erfahrungen im Bereich der Verpackungssortierung. Dieses Know-how ist die Basis für einige Innovationen, die künftig eine erstklassige Qualität im gesamten Aufbereitungsprozess garantieren“, erklärte Prezero-Chef Stephan Garvs. Und: „Mit dem Sortierkontor Nord machen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem Wertstoffkreislauf, in dem alle Aspekte als Teil eines großen Ganzen betrachtet werden.“
Oliver Groß, Vorstandschef der Nehlsen AG, unterstrich die Bedeutung der neuen Sortieranlage für die Kreislaufwirtschaft: „Es ist unser erklärter Anspruch, die fertigende Industrie mit einem hohen Reinheitsgrad der aufbereiteten Wertstoffe zu überzeugen. Nur so können wir perspektivisch die Akzeptanz für unsere Recyclate als Rohstoff in den Produktionsprozessen gewinnen und in Größenordnungen zur Einsparung endlicher natürlicher Ressourcen beitragen.“ Und er ergänzte: „Hinzu kommt der verkehrstechnisch ausgezeichnete Standort mit optimaler Anbindung zur Autobahn und auch zu den Industriehäfen.“
Zur Nehlsen AG gehören insgesamt 22 Gesellschaften mit 65 Standorten in Deutschland sowie elf internationalen Standorten in Europa und Afrika. Das 1923 gegründete Unternehmen stehe für „eine kontinuierliche Weiterentwicklung von der Abfallwirtschaft zur Ressourcenwirtschaft“, hieß es.
Prezero bietet an mehr als 80 Standorten in Deutschland und Europa die Entsorgung von Abfällen sowie die Sortierung und Aufbereitung von Wertstoffen an. Das Unternehmen sieht sich nach eigener Darstellung „als Innovationstreiber der Branche“.
