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NWZonline.de Region Bremen

Er will das Ende des Kassenzettels

06.07.2019

Bremen Schnell, günstig, ökologisch wertvoll: Drei Vorteile in einer Smartphone-App – genau das soll das vom Bremer Software-Unternehmen „A&G Development“ entwickelte Programm „admin“ bieten, sagt Geschäftsführer Amir Karimi. Papierlos quittieren soll sie können, die Umwelt schonen – und die Nerven dazu. Jetzt hat das Unternehmen Epson, einer der größten Druckerhersteller weltweit, mit ins Boot geholt.

Die Idee klang kühn, als Amir Karimi im Mai 2017 seine Firma „A&G“ gründete. Kassenzettel sollten aus dem täglichen Leben verschwinden. Keine Bons mehr in der Geldbörse, sondern einfach, schnell und sicher in einer „Cloud“ abgespeichert werden. Papierlos quittieren, so lautet das Ziel der App, deren Name sich nicht nur von „Atmin“ in „admin“ geändert hat, sondern laut Karimi auch wesentlich besser geworden ist. Ursprünglich war die Markteinführung des Programms bereits für dieses Jahr geplant, doch Gesetzesänderungen in Deutschland und der Europäischen Union warfen den Plan über den Haufen – zugunsten von „A&G“, sagt Unternehmenssprecherin Michelle Bourguignon.

So gilt ab 2020 die sogenannte Belegausgabepflicht. Sprich: Alle Fachhändler müssen Kunden nach dem Verkauf einer Ware einen Bon zur Verfügung stellen. Deutschland ist bereits jetzt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 250 Kilo einer der negativen Spitzenreiter, was den Papierkonsum angeht. Mit dem Gesetz, das Steuermanipulationen vermeiden will, dürfte die Menge nicht kleiner werden. Außerdem – und an dieser Stelle kommt der Gesundheitsaspekt von „admin“ ins Spiel – soll das im Thermopapier der Bons enthaltene Bisphenol A (BPA) zwar verboten werden, doch auch das dann eingesetzte Bisphenol S (BPS) wird von der EU als „besonders besorgniserregend“ eingestuft. Käufer setzen sich als stets einer latenten Gesundheitsgefahr aus. „Mit ,admin‘ wird das Geschichte sein“, sagt Bourguignon.

Und es kommt noch besser für das Jung-Unternehmen: Mit Epson, dem weltweit größten Hersteller für Kassendruckersysteme, wurde Ende 2018 ein Vertrag unterschrieben, so Karimi. Hat ein Händler die Software in sein System eingebunden, reicht es, das Smartphone über die jeweilige Scan-Stelle zu halten – und der Kassenzettel wird automatisch in einem Online-Speicherplatz („Cloud“) hinterlegt. Mittlerweile arbeite die Firma allein in Deutschland mit Handelspartnern zusammen, die ein jährliches Umsatzvolumen von rund 103 Milliarden Euro aufweisen. Tendenz steigend – denn sowohl kleinere Privatfirmen als auch große Supermarktketten aus der Schweiz und andere Unternehmen, habe man mit ins Boot geholt.

Bereits vor der Markteinführung sei die App „massentauglich“. Heißt: „admin“ speichert an der Kasse mit einem einfachen Klick den Bon auf dem Smartphone, archiviert die Daten und sortiert sie zum Beispiel nach Datum oder Art der Ware. Und wo liegt der Vorteil für Händler? Zahlt dieser aktuell pro Papier-Bon etwa drei Cent verringert sich der Betrag mit „admin“ auf unter einen Cent. Bei vom Bundesrat geschätzten 19,8 Milliarden Geschäftsvorfällen im Monat eine lohnende Sache.

Aktuell arbeiten Karimi und ein Teil der 16 Festangestellten an einer Künstlichen Intelligenz (KI), die den Nutzer nach Zustimmung kennenlernt und die Arbeit mit dem Steuerberater optimieren soll. 20 bis 30 Partner seien das Ziel zum 1. Januar 2020. „Wir wollen etwas entwickeln, das weltweit was zu sagen hat. Die Menschen sollen sagen: Super!“, sagt Karimi. Die Chancen dafür stehen aktuell besser denn je.

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