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37-Jähriger findet Sprengsatz in Wohnung
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Aktualisiert vor 3 Minuten.

Großeinsatz In Friesoythe
37-Jähriger findet Sprengsatz in Wohnung

NWZonline.de Region Bremen

Fahrt durch Borgfelds digitaler Zwilling

25.07.2019

Das Auto fährt ruhig die Straße entlang, fast schon schleicht es zwischen den Bordsteinen auf der linken und rechten Fahrbahnseite durch Borgfeld. Dr. Joachim Clemens fährt bedächtig, fast so, als wolle er dafür sorgen, dass der 3D-Scanner auf dem Dach auch genug Zeit hat, alle notwendigen Daten zu sammeln – von Zäunen, Steinen und anderen Hindernissen.

Wir sind unterwegs auf einer Demonstrationsfahrt. Der Informatiker Clemens, Prof. Dr. Christof Büskens und Ingenieurin Daniela Sanchez sind Teil eines vielköpfigen Teams, das an einem Projekt mit der kryptischen Kurzbezeichnung „OPA³L“ arbeitet. Ausgeschrieben: Optimal Assistierte, hoch Automatisierte, Autonome und kooperative Fahrzeugnavigation und Lokalistation.

Nun gut. Dahinter verbirgt sich die zentimetergenaue Vermessung für selbstfahrende Fahrzeuge. Ungleich genauer, als Google und GPS eine Umgebung darzustellen vermögen. „Für das langfristige Ziel eines Shuttle-On-Demand-Konzepts (Transport auf Abruf, d. Red.) in einem Stadtrand-Gebiet wie beispielsweise Borgfeld ist hoch-genaues Kartenmaterial ein wesentlicher Bestandteil der erfolgreichen Umsetzung“, sagt einer der Projektmanager, Dr.-Ing. Mitja Echim, vom Zentrum für Technomathematik.

Die Anwendung ist nicht als Grundlage für das autonome Fahren von privaten Autos gedacht, sondern zum Beispiel für einen Zubringerverkehr zum öffentlichen Personennahverkehr. Auch deshalb bot sich Borgfeld mit der Linie 4 als Versuchsterrain an. Innerhalb von vier Tagen hat das Team nun die Messfahrten mit 360-Grad-3D-Laserscanner auf dem Dach des Autos abgeschlossen – noch vor der Zeit. Nun werden die gesammelten Daten nach München transferiert und dort aufbereitet, erklärt Büskens auf der Demonstrationsfahrt.

Während der Vermessung war der Beifahrersitz dem zweiten Wissenschaftler vorbehalten, der die Laser überwachte. Der Fahrer war – der Name sagt es – mit Fahren beschäftigt. 20 Mal in der Sekunde nimmt die Kamera ein Bild auf, hochauflösend und mit unzähligen Informationen. Während es ein GPS gerade einmal auf eine Genauigkeit von zehn bis zwölf Metern bringt, wird bei „OPA³L“ im Bereich von zehn Zentimetern gemessen, erklärt Sanchez. Da fallen riesige Datenmengen an, die nicht eins zu eins fürs autonome Fahren verarbeitet werden können. Die Wissenschaftler haben aber auch ganz andere Vorgaben: Mit den Daten stationäre Simulationen durchführen, um die Algorithmen anzupassen.

„Wir arbeiten also mit einem ,digitalen Zwilling‘ von Borgfeld“, beschreibt es Büskens. „Viele Experimente wie umfangreiche Alltagsfahrmanöver als auch äußert selten auftretende Grenzsituationen können hierdurch bereits vorab am Computer im Büro durchgeführt werden, ohne dass das Testfahrzeug real im Betrieb sein muss. Die grundlegenden Algorithmen zur Steuerung eines autonomen Fahrzeuges können so am PC erstellt werden.“

In der zweiten Projektphase dann wird der „digitale Zwilling“ des Einsatzgebietes – allerdings in der simplifizierten Form – auf die Computer des Fahrzeugs übertragen und unterstützt die Umfelderkennung und Lokalisation in Echtzeit, ergänzt Echim. Hinzu kommt im Fahrbetrieb allerdings die Erfassung weiterer Faktoren, nämlich das Erkennen der augenblicklichen Verkehrssituation, anderer Verkehrsteilnehmer und plötzlicher Hindernisse. Dabei fallen weitere, umfangreiche Daten an. Daher müssen die Techniken (und damit die Datenströme) verringert werden – wegen der hohen Anforderungen an Rechnerleistung und damit Stromverbrauch wäre es laut Büskens andernfalls „wenig sinnvoll, ein Elektroauto autonom zu fahren“.

Im Projekt „OPA³L“ forschen fünf Arbeitsgruppen der Uni Bremen und der Bundeswehr-Hochschule München an der Fortentwicklung des autonomen Fahrens. Das Projekt läuft über vier Jahre.

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