BREMEN - Der so genannte Rückbau von großen Straßen stößt bei Bau- und Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) auf Begeisterung. Da kam das Angebot von zwei Diplom-Bauingenieurinnen der Hochschule Bremen gerade recht. Sie präsentierten am Dienstag ihre Diplomarbeit, die sich mit der Umgestaltung der Neuenlander Straße beschäftigt.

Der „gewaltig dimensionierte Straßenbau“ an einigen Stellen in Bremen ist dem Bausenator ein Dorn im Auge. Die Neuenlander Straße möchte Loske unbedingt zurückbauen, wenn denn irgendwann einmal der Autobahnring A 281 geschlossen ist. Sollte es denn tatsächlich wahr werden, könnte sich der Verkehr auf der Neuenlander Straße auf 8000 bis 9000 Fahrzeuge reduzieren. Das wäre der richtige Zeitpunkt für einen Rückbau.

Berücksichtigt werden müsse dabei natürlich Bremens angespannte finanzielle Lage – was die beiden inzwischen im Arbeitsleben stehenden Delmenhorsterinnen Melanie Ruhe (24) und Helen Hakkel (25) mit ihrer Variante auch taten.

In ihrer Diplomarbeit zeigen die Bauingenieurinnen vier Varianten auf: die Wünsche der Anwohner, die Ideen der Verkehrsplaner, die kostengünstige Idee und den Vorschlag eines Planungsbüros. Insgesamt geht es um die 1,5 Kilometer lange Strecke zwischen Langemarckstraße und Neuenlander Ring. Während die Anlieger ihre parallel zur Neuenlander Straße verlaufende Ortsfahrbahn erhalten wollen, würden die Verkehrsplaner diese streichen. Rückbau auf zwei Spuren, mehr Grün, Parkflächen und Aufenthaltsbereiche haben alle Varianten gemein. Das Planungsbüro würde die Ortsfahrbahn zur Mischfläche erklären, mit Schrägparkplätzen arbeiten. Und die kostengünstige „Bremen-Variante“ käme mit kräftigen Markierungen und Bauminseln aus.