BREMEN - Der Bunker Valentin in Farge, in dem im Zweiten Weltkrieg Tausende von KZ-Häftlingen zur Arbeit gezwungen wurden, soll eine Gedenkstätte werden. Der Senat hat Geld zur Verfügung gestellt, damit ein Konzept erstellt werden kann. Wie allerdings eine Gedenkstätte finanziert werden soll, darüber streiten Bremen und der Bund noch.
NABU mit eigenen Ideen
Der Naturschutzbund Bremen (NABU) hat jetzt eigene Ideen zur Nutzung des Bunkers im Bremer Norden vorgelegt. Sechs Jahrzehnte Verfall hätten den monströsen Betonkoloss in einen wertvollen Lebensraum verwandelt, sagt der NABU. „Wir haben hier die einmalige Chance, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an einem Bau zu thematisieren, von den Schrecken der Geschichte bis zum Sieg der Natur selbst über solch gigantische Betonmassen. Der Bunker Valentin sollte mehr als ein rein geschichtliches Mahnmal werden“, erklärt NABU-Landeschef Klaus Stade. Dabei müsse der Bunker keinesfalls ästhetisiert oder verborgen werden.
Die Naturschützer schlagen vor, die Nordseite des Bunkers freizustellen und die Südseite mit der angrenzenden Bunkerwildnis der Natur zu überlassen. „Wer den Bunker umrundet, kann so zwei vollkommen unterschiedliche Themen erleben“, erläutert Stade. So werde für die Gedenkstättenarbeit die erdrückende Größe des Bunkers wieder hergestellt, gleichzeitig der Rückeroberungsprozess der Natur nicht gestört.
Natürlicher Verfallsprozess
Eine Nutzung im Inneren des Bunkers lehnt der NABU ab. „Jede Innennutzung bedeutet langfristig einen Stopp der natürlichen Verfallsprozesse. Wir können uns bestenfalls Aussichtsplattformen an den Eingängen vorstellen, die massiv gegen herabfallende Betonteile gesichert werden müssen“, betont der NABU. Der Bunker sei von außen weitaus beeindruckender als in den unterteilten Hallen. Auch historisch sei der Bunker nicht fertiggestellt worden, es könnten korrekterweise lediglich leere Hallen gezeigt werden.
Zunächst müssten die Tiere und Pflanzen am Bunker erfasst werden, fordern die Naturschützer. „Diese Arbeit gehört zu einem umfassenden Konzept dazu. Hierfür könnten auch Förderinstrumente des Naturschutzes genutzt werden“, empfiehlt Stade. Wenn Naturschutz und Gedenken zusammenarbeiteten, könnten zwei Fördertöpfe genutzt werden. Mit seinem Ideenpapier wolle der NABU in die Diskussion eingreifen und den Naturschutz als Partner zum Gedenken anbieten, so Stade.
