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NWZonline.de Region Bremen

Breminale zeichnet bunte Mischung aus

31.07.2018

Bremen Zwischen Staubwüsten und Regenschauern, zwischen Vollrausch und Tanzwut: Die 31. Auflage der „Breminale“ hat gefühlt gleich mehrere Rekorde geknackt. Trotz Temperaturen, die an Äquatornähe erinnerten, lockte das Festival nach Veranstalterangaben etwa 200 000 Besucher an Osterdeich und Wallanlagen. Doch warum? Bremer und Buten-Bremer beantworteten diese Fragen ganz unterschiedlich.

Schaut man von der Wilhelm-Kaisen-Brücke den Osterdeich entlang, dann erblickt man sie recht schnell: diese Staubwolke, die das Festivalgelände umhüllt und der ganzen Atmosphäre etwas Zauberhaftes verleiht. Steht man im Dunst, verschafft sie dem gemeinen Besucher eher ein Kratzen im Hals – und der feine Staub legt sich auf die Zunge wie ein schlechter Rotwein. Die Sonne brüllt, und wer sich irgendwie erfrischen kann, der tut das auch. Vom Veranstalter extra aufgestellte Duschen werden zum Dauerbrenner, viele Besucher entledigen sich ihrer Klamotten, Schatten ist Mangelware.

Fragt man, warum so viele trotz Gluthitze stundenlang auf den Beinen sind oder sich am knüppelharten Deich den Hintern plattsitzen, kommen ganz unterschiedliche Antworten. Dennis und Yvonne (beide 36) aus Bremen sagen, es ist die „bunte Mischung aus Musik, Kultur und guter Laune“, die sie jedes Jahr aufs Neue zur „Breminale“ locken. „’Breminale’ ist Pflicht“, heißt es von Stephan (22), Martin und Corinna (beide 21). Wer das verpasse, sei selbst schuld, so das Trio aus Oldenburg, das ergänzt: „Lieber Hitze als Regen.“ Viele meinen, es könne gar kein besseres Wetter geben – und wer eine Abkühlung suche, die Weser sei ja nicht weit, ist oft mit einem gewissen Augenzwinkern zu hören. Für einen Großteil der Befragten sei es „einfach das Gesamtpaket“, das sie dazu bringe, trotz des extremen Wetters an den Osterdeich zu pilgern.

Je später der Abend, desto eindimensionaler wird die eingangs erwähnte Frage zum Teil beantwortet. „Party“, „Bier“, „Musik“, Abhängen“ sind Schlagwörter, die in diesem Zusammenhang oft zu hören sind. Vor den Bühnen tanzt manch einer drei Stunden durch, andere trinken gefühlt schon die vierfache Zeit. Auch wenn die Sonne schon lange untergegangen ist, hält sich die schwüle Wärme über den Zelten des Festivals. Für die Feier- und Tanzwütigen anscheinend kein Problem, genauso wie für die Trinkerprobten unter den Besuchern.

Wahre Jagdszenen spielen sich an den Bier- und Schnapsbuden ab, als Festival-Mitarbeiter kistenweise neue Getränke anliefern. Gedränge, der warme Atem im Nacken. „Hauptsache schnell Nachschub holen“, sagt Christian, der von seinem Kumpel Igor (beide 25, aus Verden) zum Tragen der Biere verdonnert wird. „Ich zahle“ ruft Christian. Für Igor ein „guter Deal“.

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