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NWZonline.de Region Bremen

Ferien: Tierheim erlebt entspannten Sommer

30.07.2019

Bremen „Karl“, Jahrgang 2015, räkelt sich. Der weißgetigerte Kater liegt auf einem großen Katzenbaum. Er teilt sich eine komfortable Katzenstube im 2012 eingeweihten neuen Hunde- und Katzenhaus des Bremer Tierheims in Findorff mit seinem etwa zwei Jahre jüngeren Kumpel, dem Kater „Luke“.

„Karl“ und „Luke“ haben Möbel und Spielzeug, ein Durchgang führt aus der kleinen Katzenstube hinaus in einen mehrere Quadratmeter großen Freiluftbereich. Andere der 200 Katzen im Tierheim leben nicht ganz so komfortabel. Aber auch sie haben einen mehrere Quadratmeter großen Außen- Innenbereich.

„Die Katzenvermittlung klappt gut“, sagt Pressesprecherin Gaby Schwab (56) aus Oyten. Pärchen oder auch Katzenduos, die sich befreundet haben, würden nur zusammen abgegeben.

Innen und außen zu wohnen, das genießen auch die 65 Hunde im Heim. Einige schauen erwartungsvoll durch die Gitter, andere bellen etwas nervös. Zweimal am Tag gibt es Auslauf auf einer der großen Gartenflächen. Dazu kommt täglich ein großer Spaziergang. Im Exotenhaus leben zudem acht Bartagame, die in ihrem Terrarium etwas träge herausblicken.

Damit alles rund läuft, arbeiten 36 Menschen im Tierheim, dazu kommen mehrere Ehrenamtliche, darunter „Katzenstreichler“ und Gassigeher für die Hunde. Dieses Jahr haben sie bisher einen relativ entspannten Sommer erlebt, anders als früher. Pressesprecherin Gaby Schwab erinnert sich gut an vergangene Jahre, in denen ab den Osterferien und besonders auch im Sommer Tiere abgegeben wurden. Sie waren für angebliche „Tierliebhaber“ ein Urlaubs-Hindernis.

400 Tiere sind in dem Heim untergebracht, ein echter Rückgang verglichen mit den vergangenen Jahren. „Die Aktionen zur Katzenkastration macht sich bemerkbar. Freigängerkatzen müssen kastriert werden. Das hat die Bremer Bürgerschaft 2011 beschlossen“, sagt Schwab. Ein weiterer Grund für den Rückgang seien wahrscheinlich die sozialen Medien. „Wir zeigen das Tier auf Facebook. Wir erreichen 150 000 bis 200 000 Menschen binnen zwei Tagen. Meistens wissen wir dann, woher das Tier kommt“, sagt Schwab.

Meist würden sich die Besitzer dann rausreden und zum Beispiel behaupten, das Tier bereits weiterverkauft zu haben. Es gibt aber auch andere Fälle. Eine Katze wurde zurück nach Lüneburg geschickt, wo sie zwei Monate zuvor verschwunden war und vermisst wurde.

115 Tiere gingen im ersten Halbjahr 2019 zurück an ihre Besitzer. „Wird ein Tier gefunden, ist der Finder verpflichtet, das Tier bei der Polizei oder dem Tierheim zu melden“, sagt Schwab. Typische Fundorte seien zum Beispiel Einkaufszentren.

Doch auch, wenn der Sommer bisher recht ruhig verlief, so macht die Hitze den Tieren zu schaffen:„Sie sind müde und schlapp. Der Blutdruck geht runter“, sagt Judith Mäurer-Holm (38), eine von zwei Tierärztinnen im Heim.

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