BREMEN - „Ich habe es mir genau so vorgestellt“, erklärt der 16-jährige Max Zörner aus Bremen. Gemeinsam mit zwölf anderen Jugendlichen ist er in die Vahr gekommen, um im Rahmen des Ferienprogramms „Auf den Spuren des Polizeipräsidiums“ zu wandeln. Gerhard und Lilo Kaessler vom Kreissportbund, der das Ferienprogramm organisiert, sind mit von der Partie im Präsidium. Gleich zu Beginn der Besichtigung geht es mit Uwe Drewes, Hauptkommissar im Ruhestand, ins Polizeigewahrsam.
Dort übernimmt Horst Feldmann, der Leiter der Gewahrsamsstelle. „Wir sind das Gefängnis der Polizei“, erklärt er. Drei Arten von Häftlingen gebe es im Polizeipräsidium. Erstens die Straftäter wie Mörder, Vergewaltiger und Räuber, zweitens das Abschiebungsgewahrsam, in dem die Ausländer auf ihre Abschiebung warteten – manchmal drei bis vier Monate. Außerdem gebe es die Sammelzellen. Hier werden, so Feldmann, Fußballfangruppen oder Demonstranten festgehalten. „Hier wird keine Ausnüchterung betrieben. Das passiert auf den Revieren“, erklärt Feldmann. Die Zellen sind etwas über zehn Quadratmeter groß und mit zwei Betten, einem Waschbecken, Toilette, Stuhl und Tisch bestückt. Statt Fenstern gibt es Glasbausteine.
Die Zellen für Abschiebehäftlinge sehen anders aus. Sie haben Fenster und mehr Möbel. „Ich finde es ganz gut hier. Besonders, dass man die Zellen mal sehen kann. Die habe ich noch nie gesehen“, sagt Max. Drewes nutzt die Gelegenheit: „Einige von Euch sind in einem Alter sich zu fragen, ,Was mache ich eigentlich später?‘“, sagt er und erklärt, welche Voraussetzungen ein Polizist mitbringen muss. Zum einen muss er sportlich sein, zum anderen Abitur haben. Die Polizisten, so erfahren die Jugendlichen, tragen Neun-Millimeter-Pistolen. Zur Ausrüstung gehört auch eine Maschinenpistole.
Zum Schluss geht es in die Notruf- und Funkeinsatzzentrale. Nur zehn Prozent der Anrufe seien ernst zu nehmen, sagen die Beamten. Die anderen 90 Prozent kämen von Menschen, die „aus Versehen“ anriefen oder die Polizeibeamten schlichtweg veräppeln wollten. Dabei sei das keinesfalls ein Spaß.
