Bremen - Die zwiespältige Rolle des Schauspielers Hans Albers im Nationalsozialismus wird in dem Dokudrama „Der blonde Hans“ von NDR und RBB aufgearbeitet. Am Montag drehten die Schauspieler Ken Duken als Albers und Picco von Groote als dessen Lebensgefährtin Hansi Burg auf dem ehemaligen Kaffee-Hag-Areal in Walle, unter anderem im denkmalgeschützten Marmorsaal. „Albers war ein emotional getriebener Mensch“, sagte Duken („Inglourious Basterds“).
Man drehe keinen biografischen Film, „sondern einen Film über Haltung in schwierigen Zeiten am Beispiel von Hans Albers und Hansi Burg“, sagte Produzent Michael Souvignier am Filmset. Albers sei eine komplexe Figur, sagte NDR-Redakteur Marc Brasse. Er habe sich durch die Nazi-Jahre hindurchlaviert, in seiner Haltung gebe es große Widersprüche.
Kassenmagnet Albers (1891-1960) hielt sich im Dritten Reich einerseits fern von den Nazis. Andererseits spielte er in Propagandafilmen mit. Seine Partnerin Burg musste wegen ihrer jüdischen Herkunft 1939 aus Deutschland flüchten, sie kehrte nach Kriegsende 1946 zurück.
Das Dokudrama in der Regie von Carsten Gutschmidt soll Ende 2020 in der ARD gezeigt werden. Neben Duken und von Groote spielen unter anderem Dirk Martens, Christian Aumer, Sebastian Nakajew, Imme Beccard und Janko Kahle.
