BREMEN - „Ordnung im Lot“ ist der Titel des 25. Radio-Bremen-„Tatorts“, den die ARD am Sonntag, 12. Februar, ab 20.15 Uhr zum ersten Mal ausstrahlt. Zur Preview im „Cinemaxx“ kamen viele geladene Gäste, darunter Bremer Prominenz und das Filmteam – nur die beiden Hauptdarsteller, Sabine Postel und Oliver Mommsen, fehlten.

Das Ermittlerduo war verhindert, ließ den Zuschauern im voll besetzten Kinosaal aber eine Videobotschaft zukommen. „Es bricht uns das Herz, dass wir nicht dabei sein können“, so Oliver Mommsen (Kommissar Stedefreund). Und Sabine Postel (Hauptkommissarin Lürsen) versprach: „Das werden wir nachholen!“

In dieser Folge haben Lürsen und ihr Kollege Stedefreund den Mord an einem Tankstellenbesitzer in Bremen-Nord aufzuklären. Der Film beginnt damit, wie der 16-jährige Max Lange (Vincent Göhre) nachts in die Tankstelle gegenüber dem Wohnhaus stürmt, wo er den Tankstellenbesitzer tot auffindet. Der Mann wurde mit einem Schuss in die Stirn regelrecht hingerichtet. Vor der Leiche steht Max’ Mutter Silvia (Mira Partecke) mit der Waffe in der Hand und sagt keinen Ton. Max ist schockiert, nimmt die Waffe an sich, schickt seine Mutter nach Hause und schnappt sich das Videoband aus der Überwachungskamera.

Den beiden Kommissaren Lürsen und Stedefreund erzählt er am nächsten Tag davon nichts. Im Zuge ihrer Ermittlungen finden die Kriminalbeamten schnell heraus, dass mit der Familie Lange irgendetwas nicht stimmt.

Dieser „Tatort“ ist mehr Drama als Krimi. Anstelle von spektakulären Actionszenen geht es hier vor allem um psychologische Spannung. Im Vordergrund steht nicht die Aufklärung des Mordes, sondern die paranoide Schizophrenie der Silvia Lange (hervorragend gespielt von Mira Partecke).

Einige Zuschauer reagierten auf den „Tatort“ recht verhalten und ein wenig verstört. „Ordnung im Lot“ ist keine seichte Sonntagabend-Unterhaltung, sondern ein Film, der unter die Haut geht, in tiefe menschliche Abgründe vordringt und beim Zuschauer seine Spuren hinterlässt. Den Autoren ist ein sensibles und anspruchsvolles Drama gelungen, wer aber einen klassischen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein.