Bremen - Überall an dem 600 Meter langen Parcours sorgen Strohballen für Sicherheit. Die 30 Fahrer des Lastenradrennens sind Wettrennen nicht unbedingt gewohnt, normalerweise nutzen sie die etwas schwerfälligen Räder für ganz andere Fahrten. Das fünfte „Bremer Lastenradrennen“ war beim Festival „Summer Sounds“ in den Wallanlagen in der Neustadt ein spannender Programmpunkt, wenn auch kein Publikumsmagnet. Dennoch waren genug Leute da, um die Teilnehmer anzufeuern. Das Festival zog bei herrlichem Wetter rund 18 000 Menschen an – etwa 6000 mehr als im Vorjahr.

Den Anfang machen drei Fahrer von Lastenrädern. Nach dem Start gibt es erstmal eine Banane. Die muss zum Ende des Rennens aufgegessen, die Schale zurückgegeben sein. In der zweiten Runde geht es ans Beladen: Eine Wasserkiste, ein Umzugskarton sowie eine weitere schwere Kiste, eine Poster-Rolle und ein gewichtiger Sack müssen stabil geladen werden, denn dann folgen zwei Runden bis zum Entladen. Zudem müssen die Räder bei jeder Runde zwei Slaloms durchfahren: einen aus Mülltonnen und einen aus Strohballen.

Das erste Rennen gewinnt Ekkehard Kruckenberg (47). Der Bremer, der ohne Auto lebt, hat früher seine drei Kinder mit dem Rad transportiert. Es fasst bis zu 100 Kilo. Als Rennfahrrad habe es aber seine Tücken. „Man muss in den Kurven aufpassen, dass man nicht runterfällt“, sagt Kruckenberg. Der Grund: Man kann sich nicht wie bei normalen Rädern ein wenig in die Kurven legen.

Am Nachmittag kommen viele Familien. Auch für Kinder gibt es Konzerte und viele Spielgeräte. Kirsten Schedler (49) ist aus Hamburg angereist. An ihrer Hand hüpft ihr zweieinhalb Jahre alter Sohn Len auf einem kleinen Trampolin. „Das gefällt mir sehr hier“, sagt sie.

Zum zweiten Mal beim Festival dabei ist das Internationale Jugendworkcamp. Zwölf junge Erwachsene aus verschiedenen Ländern sind zu Besuch und haben beim Aufbau des Festivals kräftig mitgeholfen. Sie haben kreative Ideen zum Bremer Raumfahrtjahr „Sternstunden“ umgesetzt, zu sehen in einem großen Zelt. Myeong Seop (23) aus Incheon in Süd-Korea hat an einem Gemälde mitgearbeitet. Darauf: die Erde, eine Rakete und ein winkender Astronaut, der mit einem norddeutschen „Moin“ grüßt. Dem Koreaner gefällt das Festival: „Ich mag die Musik und die Tanzaufführungen.“

Derweil freut sich die Stuhrer Band „Lenna“ über ein riesiges Publikum. Sängerin Alenna Rose fordert die Besucher auf, etwas nach vorn zu kommen. Da machen einige mit. Eine kleine Gruppe tanzt Hand in Hand. Die Musik geht in die Beine. Die Band schafft es auch, das Publikum mit ruhigeren Klängen zu fesseln. Die Blicke sind bei „Wann sind wir vorbei?“ auf die Bühne gerichtet, viele Zuschauer wippen mit.