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NWZonline.de Region Bremen

Hat der Bremer Airport eine Zukunft?

11.10.2019

Bremen Der Bremer Flughafen befindet sich in finanziellen Turbulenzen, aktuell wird der Sanierungs- und Investitionsstau auf mehr als 82 Millionen Euro beziffert. Die Gründe dafür sind vielfältig, die anzugehenden Maßnahmen umfangreich.

Welche Bedeutung hat der Bremer Flughafen?

Rund 2,6 Millionen Fluggäste zählt der Hans-Koschnick-Airport jährlich. Der Flughafen, „ohne den die Übernachtungsrekorde nicht denkbar wären“, habe aber nicht nur aus touristischer Sicht eine „ganz herausragende Bedeutung“ für die Stadt, sondern sei auch „wichtiges Drehkreuz“ für die hiesige Industrie, so Tim Cordßen (SPD), Staatsrat im Häfenressort und Flughafen-Aufsichtsratvorsitzender. Insbesondere mit Blick auf Bremen als bedeutender Raum- und Luftfahrtstandort sei er von enorm wichtiger Bedeutung.

Wie viele Menschen sind dort beschäftigt?

Von der Existenz des Flughafens seien direkt und indirekt etwa 25 000 Menschen abhängig, sagt Sebastian Rösener, Häfenressorts-Sprecher. Dies sei unter anderem auf die direkten Verbindungen des Flughafens zu Großkonzernen wie Airbus, Mercedes-Benz und OHB zurückzuführen. Am Airport selbst sind etwa 550 Menschen beschäftigt.

Wo liegen die Gründe für die finanzielle Schieflage?

Lange Zeit rühmte sich der Flughafen, der zu 100 Prozent der Stadt als Gesellschafterin gehört, finanziell gut aufgestellt zu sein. Der frühere Flughafenchef betonte stark, dass der Airport ohne Subventionen auskomme. Richtig, doch Investitionen kamen unter seiner Regie nicht voran. Der Aufsichtsrat sei nicht über den Investitionsstau informiert worden, heißt es heute. Elmar Kleinert, seit Juli 2018 Geschäftsführer des Airports, leitete erste Schritte zur Sanierung des Flughafens ein. Klar war, dass Bremens Unterstützung gefragt sein wird. Doch dann kam im Frühjahr dieses Jahres die Pleite der Urlauber-Airline Germania. Rund ein Drittel der etwa 2,6 Millionen Passagiere (2018) war mit dem Fluganbieter unterwegs. Die Passagierzahlen brachen ein, allein im ersten Halbjahr 2019 um 13,2 Prozent auf gut eine Million Fluggäste. Bereits im Herbst 2018 hatte Ryanair seine Basis in der Hansestadt geschlossen und seinen Flugplan ausgedünnt.

Wo muss der Flughafen konkret investieren?

Nach Angaben von Flughafen-Sprecherin Andrea Hartmann stehen in erster Linie Baumaßnahmen auf dem Plan. So müssten in Zukunft die sogenannte Anflug- sowie die Runwaybefeuerung auf LED-Technik umgebaut werden. Förderbänder müssten überholt, die Beleuchtung in Parkhaus 2 erneuert und Rollwege saniert werden. Viele Maßnahmen seien auf internationale Sicherheitsvorschriften zurückzuführen und hätten somit Priorität, so Hartmann.

Wie geht es weiter?

Die Stadt Bremen beschloss, den Airport um die Kosten für den Brandschutz, sprich Feuerwehr, zu entlasten. Das ist laut Cordßen an anderen Flughäfen längst der Fall. Um dem Airport Luft zu verschaffen, bekommt er in Kürze 12,6 Millionen Euro –Kosten für die Feuerwehr für die kommenden drei Jahre.

Hat der Bremer Flughafen überhaupt eine Zukunft?

Ressortsprecher Rösener sagt: „Selbstverständlich wird es den Flughafen auch in Zukunft geben.“ Und Tim Cordßen betont: „Der Flughafen erfüllt ganz viele extrem wichtige Funktionen. Er ist aus Bremen nicht wegzudenken.“

Müssen die Mitarbeiter um ihren Lohn fürchten?

Die Mitarbeitergehälter seien nicht in Gefahr, sagt Andrea Hartmann. „Die Gehälter werden gezahlt.“

Welche Folgen hat die Lage für Reisende?

In erster Linie erstellen die einzelnen Fluganbieter ihre Routen und entscheiden über diese. Dass bestimmte Ziele durch die finanzielle Lage des Flughafens wegfallen könnten, schloss Andrea Hartmann aus. „Das hat auf den Flugplan keinen Einfluss.“

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