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NWZonline.de Region Bremen

Wie sicher ist der Weihnachtsmarkt ?

11.12.2019

Bremen Es ist noch ruhig. Für Kim Till Werner (24) und Fabian Conrad (29) vom Sicherheitsdienst „Elko & Werder Security“ hat die Schicht auf dem Weihnachtsmarkt begonnen, der sich langsam füllt. Werner und Conrad haben die Fluchtwege im Blick. Der Umgang mit Menschenmassen ist ein kritischer Faktor auf dem Bremer Weihnachtsmarkt und dem „Schlachte-Zauber“.

Zwei Stellen seien knifflig, sagt Einsatzleiter Werner. In der Nische am Ratskeller ist es eng und oft blieben die Leute stehen. „Die Masse soll fließen. Wer steht, soll zur Seite treten“, heißt es. Besonderes Augenmerk haben die Sicherheitskräfte auch auf den Bereich um einen Stand mit Feuerzangenbowle nahe der Handelskammer. Wenn kein Markt ist, dürfen Räder vor der Handelskammer fahren. Eine Frau tut das auch jetzt. Dann steigt sie ab, weil es zu voll wird.

Für die beiden Sicherheitsmänner ist der Weihnachtsmarkt ein ruhiger Job, ganz anders als Konzerte. Mit Gewalt oder Pöbeleien hatten sie bislang keine Probleme. In dieses Bild passt auch die Zwischenbilanz der Polizei, die aber rund ein gutes Dutzend Straftaten registriert hat: Körperverletzungsdelikte, Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschädigungen als auch Eigentumsdelikte. Keine größeren Vorkommnisse. Überschaubar für eine solche Großveranstaltung.

Rettungswagen haben es im Zweifel relativ leicht. Von allen Seiten ist die Anfahrt möglich. „Wir gehen vor dem Rettungswagen mit einem Megafon, aber eigentlich machen die Leute bereitwillig Platz“, sagt Werner. Eine Besonderheit mit Folgen für die Sicherheit: Die Straßenbahn fährt durchs Marktgeschehen.

Nicht zu spüren ist die Angst vor Terror. Weihnachtsmärkte stünden in Bremen und bundesweit im Fokus der Polizei und Sicherheitsbehörden und seien aufgrund ihrer zentralen Lage, der offenen Zugangswege und der Besuchermassen gefährdungsrelevant, teilt die Bremer Polizei auf Anfrage mit und verweist auf die unveränderte Gefährdungslage in Deutschland und Europa. Den Sicherheitsbehörden lägen aktuell aber keine Erkenntnisse oder Hinweise vor, aus denen sich eine konkrete Gefährdung speziell für Weihnachtsmärkte im Bundesgebiet ableiten lasse.

Die Polizei verzichtet in Bremen auf Sperrungen durch feste Poller. Auf Grundlage der aktuellen Gefährdungsprognosen habe man sich wieder dazu entschlossen, Sicherheitsmaßnahmen insbesondere durch uniformierte Fußstreifen durchzuführen, setze auf Aufklärung und im Bedarfsfall auf mobile Zufahrtssperren.

Aus einsatztaktischen Gründen macht die Polizei die Details der Sicherheitskonzepte, etwa für Evakuierungen, nicht öffentlich. Die Mitarbeiter von Elko stehen im Austausch mit uniformierten Ordnungskräften und sind per Funk mit ihnen verbunden.

Es ist Nachmittag auf dem Schlachte-Zauber: 20 000 bis 30 000 Bremer, Buten-Bremer und Touristen strömen täglich durch die weihnachtliche Welt am Weserufer, sagt Johannes Faget (60), Organisator des Freibeuterdorfes, des historischen Teils des „Schlachte-Zaubers“. Die Organisatoren hätten mit Hilfe des Showprogramms Überfüllungen entgegengesteuert: „Wir haben am Wochenende eher ein leichtes Musikprogramm. Die größeren Sachen haben wir in die Woche gelegt“, sagt Faget. Mittlerweile liegt der Besucherandrang am Wochenende nur etwa um ein Drittel über dem Aufkommen in der Woche.

Potenziell gefährlich können am Flussufer Windböen werden. An drei Punkten stehen Windmessgeräte. Aufgrund der Faktoren vor Ort kann die Windstärke schnell mal über die allgemeine Prognose gehen. „Ich habe jüngst am Morgen Windstärke 6 gemessen, die Prognose des Wetterdienstes lag bei 3 bis 4“, sagt Faget. Sein Blick richtet sich im Zweifel zunächst auf die Bäume. „Wenn Äste runterkommen, müssen wir schnell entscheiden, ob wir teilweise oder ganz sperren“, sagt er. Eine Sperrung war 2015 nötig.

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