Bremen - Der Deutsche Jagdverband hat die Umweltminister des Bundes und der Länder aufgefordert, konkrete Lösungen zum Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen zu beschließen. Der Verband mit Sitz in Berlin appellierte am Mittwoch an die in Bremen tagende Umweltministerkonferenz, das Bundesnaturschutzgesetz zu novellieren. Eine angepasste Tötung von Einzeltieren oder Rudeln widerspreche nicht dem Schutzzweck.

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Nötig seien klare Kriterien, die von der ländlichen Bevölkerung verstanden und mitgetragen würden, sagte Helmut Dammann-Tamke vom Präsidium des Verbandes: „Es geht um die Herstellung eines Sicherheitsgefühls vor dem größten heimischen Fleischfresser.“

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Dammann-Tamke zufolge sind Wölfe verhaltensauffällig, wenn sie sich auf Nutztiere spezialisiert haben und sich mehrfach menschlichen Siedlungen näherten. Eine Vergrämung sei in der Praxis nicht möglich. Der Verband forderte zugleich einen Rechtsanspruch auf Entschädigung für durch Wölfe verursachte Schäden.

Dammann-Tamke begrüßte eine Bundesratsinitiative der Länder Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Darin sind ein nationales Wolfskonzept und klare Regeln für die Tötung verhaltensauffälliger Tiere vorgesehen.