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NWZonline.de Region Bremen

Ein Dorf auf dem Mond

02.02.2018

Bremen Leben und arbeiten weit entfernt vom Heimatplaneten Erde – für Christiane Heinicke durchaus vorstellbar. Die Bremer Geophysikerin plant derzeit in ihrem Forschungsprojekt am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (Zarm) der Universität Bremen einen Wohn- und Lebensraum für künftige Missionen zu Mond und Mars.

Einen Vorgeschmack darauf, wie es sich in der Abgeschiedenheit eines fremden Himmelskörpers anfühlt, bekam Heinicke auf einer „Marsmission“ am Hang des aktiven Vulkans Mauna Loa auf der hawaiianischen Insel Big Island. Von August 2015 bis August 2016 lebte die promovierte Physikerin unter den herausfordernden Bedingungen.

Das Hauptaugenmerk habe auf den zwischenmenschlichen Beziehungen, der Zusammenarbeit im Team und dem menschlichen Verhalten unter Extrembedingungen gelegen. Genutzt hat sie die Zeit aber auch für geologische Untersuchungen und die Suche nach Möglichkeiten zusätzlicher Wassergewinnung aus dem Lavagestein.

Ihre während der „Marsmission“ gesammelten Erfahrungen fließen nun in das neue Forschungsprojekt „Mamba“ (Moon and Mars Base Analog) am Zarm ein.

Zukunftsvisionen, die aber in gar nicht so weiter Ferne zu liegen scheinen: Innerhalb der nächsten 15 Jahre, so heißt es in einer Mitteilung des Zarm, plane die europäische Raumfahrtagentur Esa ein Dorf auf dem Mond, die amerikanische Nasa den ersten astronautischen Flug zum Mars. Damit Astronauten aber auf der Oberfläche der Planeten leben und forschen können, sind Schutz- und Lebensräume wichtig.

Bisher gebaute Habitate dienten häufig in erster Linie dazu, menschliches Verhalten zu analysieren. Sie wiesen dem Zarm zufolge grundlegende Sicherheitsmängel auf: Zum einen bildeten Wohn- und Arbeitsräume zumeist einen zusammenhängenden Komplex. Ein Feuer etwa könne im Ernstfall so fatale Folgen haben. Zum anderen sei bislang keine Abschirmung gegen kosmische Strahlung vorhanden.

Für diese beiden Defizite will Heinicke in ihrem Projekt Lösungen erarbeiten: „Derzeit sind wir noch in der Design- und Planungsphase des Habitats“, so Heinicke. Als nächstes werde über die verwendeten Materialien entschieden. Fest steht aber bereits: Es wird aus mehreren Modulen bestehen. Getestet werden Lebenserhaltungs- und Energiesysteme sowie interplanetare Kommunikation. Im Fokus steht außerdem die Entwicklung eines geo- und biologischen Labormoduls, das die wissenschaftlichen Untersuchungen auf Mond und Mars berücksichtigt.

Konzipiert wird das Habitat als unterirdischer Lebensraum. Das habe viele Vorteile: „Aufgrund der hohen Strahlung sowohl auf Mars als auch auf Mond müssen Schutzräume geschaffen werden, innerhalb deren das Habitat aufgebaut werden kann. Die eine Möglichkeit ist dabei, dass man vorhandene Lavaschächte oder Höhlen nutzt“, so die Geophysikerin.

Einmal selbst auf einem anderen Planeten zu leben, das reize sie sehr. „Allerdings nur mit der Option, dass ich wieder zur Erde zurückfliegen könnte, denn dafür mag ich sie einfach zu sehr.“

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