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NWZonline.de Region Bremen

Soziale Medien im Bremer Wahlkampf

23.05.2019

Bremen Soziale Medien spielen in der Politik eine immer größere Rolle. Über Facebook und Twitter teilen Parteien Informationen und Meinungen. Politiker sind oft zusätzlich mit Fotos und Videos auf Instagram unterwegs. Wie unterschiedlich sie solche Medien nutzen, zeigt sich aktuell in Bremen, wo Ende Mai ein neuer Landtag gewählt wird.

Wie gehen die Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien, SPD und CDU, mit Sozialen Medien um?

Als Regierungschef des kleinsten Bundeslandes präsentiert sich der SPD-Politiker Carsten Sieling mit einem Profil auf Facebook, das von ihm und der Senatskanzlei bespielt wird. „Es ist die offizielle Bürgermeisterseite, das wird vom Wahlkampf getrennt“, sagt der Landesgeschäftsführer der SPD, Roland Pahl. „Als Person twittert er nicht und hat auch keinen eigenen Facebook- oder Instagram-Kanal.“

Sielings Herausforderer, Carsten Meyer-Heder, ist auf Facebook und Instagram aktiv – unterstützt von einem Team, das seine Beiträge mit dem Zusatz (red) kennzeichnet. Während Sieling über seine Arbeit als Bürgermeister und Senatspräsident informiert, ist Meyer-Heder auch online im Wahlkampf-Modus. Er präsentiert sich als Macher oder zeigt Videos aus seiner Serie „Carsten trifft...“.

Welche Ziele verfolgen SPD und CDU?

Die SPD will über soziale Medien informieren und mit den Menschen in Kontakt kommen, wie Sprecher Pahl sagt. „Das Ziel ist nicht anders als bei den traditionellen Offline-Aktivitäten.“ Facebook & Co. spielten im Wahlkampf eine bedeutende Rolle. Die CDU sieht das ähnlich. Meyer-Heder wolle einen Einblick in seinen Alltag als Spitzenkandidat, aber auch private Einblicke geben, Diskussionen anregen und politische Statements setzen, sagt Sprecherin Rebekka Grupe. „Social Media ist darüber hinaus für viele Menschen auch ein erster und niedrigschwelliger Zugang zu Politik und ihren Inhalten. Spannende und ungewöhnliche politische Kommunikation kann auch dazu beitragen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen.“

Wie professionell werden Soziale Medien genutzt?

„Bei SPD und Grünen wirkt es wie eine Pflichtübung“, sagt der Direktor des Zentrums für Arbeit und Politik an der Universität Bremen, Andreas Klee. „Ich habe nicht den Eindruck, dass sie damit große Hoffnungen verbinden, neue Wählergruppen zu erschließen. Die Einträge seien stark an die eigene Gruppe gerichtet. Meyer-Heder habe einen anderen Stil. „Da wirkt es geplanter und strategischer.“ Allerdings gelinge es auch ihm nicht, eine große Menge von Menschen zu begeistern, sagt der Politikwissenschaftler mit Verweis auf die eher geringe Abonnentenzahl des Politik-Quereinsteigers. FDP und Linke nutzen soziale Medien nach eigenen Angaben bewusst für den Wahlkampf und wollen darüber mit Menschen ins Gespräch kommen.

Besonders aktiv ist die AfD. „Sie sehen das Internet als Kampfgebiet“, so Klee. Dort wolle die Partei ihre Sicht der Wirklichkeit darstellen. „Über Social Media erzielen wir unter allen Parteien die größte Reichweite“, sagt der AfD-Vize im Land Bremen, Thomas Jürgewitz. Dass AfD-Mitglieder und AfD-nahe Menschen soziale Medien zur Vernetzung nutzen, zeigt sich Klee zufolge auch im kleinsten Bundesland. „Gerade in der bremischen Gesellschaft ist es nicht unbedingt einfach, sich öffentlich zur AfD zu bekennen. Deshalb bieten sich die sozialen Medien an.“

Welche Partei hat die meisten Follower?

Unter den Bremer Parteien hat die AfD mit rund 14 000 Abonnenten auf Facebook die meisten Fans. Welche Reichweite die Partei haben kann, zeigt ein Video des AfD-Spitzenkandidaten Frank Magnitz vom 8. Mai, das mehr als 100 000 Mal aufgerufen wurde. Die Linke in Bremen hat rund 5000 Abonnenten, die FDP etwa 4400 und die Grünen rund 3000. Die Bremer CDU zählt auf Facebook etwa 2400 Abonnenten, die Regierungspartei SPD rund 2100. Damit hat die Partei, die seit mehr als 70 Jahren im kleinsten Bundesland den Regierungschef stellt, auf Facebook im Parteienvergleich die wenigsten Anhänger.

Unter den Spitzenkandidaten hat die 33-jährige Lencke Steiner von der FDP mit Abstand die meisten Follower. Mehr als 19 200 Menschen haben ihren Facebook-Auftritt abonniert. Die Bürgermeister-Seite von Sieling hat rund 6600 Abonnenten.

Welche Wirkung erreichen die Bremer Parteien über Soziale Medien ?

Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Klee sind Facebook & Co insbesondere für die größeren Parteien in Bremen derzeit kein starkes Wahlkampf-Instrument. „Es gibt schon die Möglichkeiten, Zielgruppen zu definieren und das viel strategischer zu machen. Da ist der Landtagswahlkampf in Bremen Lichtjahre weit entfernt.“

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