Bremen - Rote Samtsessel raus, große schwarze Ledersitze rein. Dazu eine neugestaltete Bar und Loungebereiche zum Verweilen. Das Kino „Cinemaxx“ am Hauptbahnhof hat vor Kurzem sein Innenleben auf Vordermann gebracht. Jetzt, so hieß es, erwarte die Besucher ein „Kinoerlebnis der Extraklasse”.
Kennen Sie das auch? Der Kinoabend mit Freunden steht bevor. Der Film ist ausgewählt, man nimmt Platz und weiß nie so recht, wohin mit seinen Armen. Mal rutscht der eine Arm von der linken Lehne, mal der andere von der rechten. Das „Cinemaxx“ hat dem nun Abhilfe geschaffen und die bisherigen 2280 Kinositze gegen 1850 „Relax-Seats” ausgetauscht. Jeder der insgesamt zehn Säle wurde mit den extra breiten und den Angaben zufolge besonders bequemen Sitzmöbeln ausgestattet – inklusive verstellbarer Rückenlehnen.
„Wenn unsere Gäste das verwandelte Kino betreten, finden sie im Kinofoyer ein völlig neues Designkonzept vor”, sagte „Cinemaxx“-Geschäftsführer Carsten Horn. Kino, so Horn weiter, habe seit jeher eine starke soziale Komponente und sei ein Ort, an dem sich Menschen begegneten. Diesen Kerngedanken habe man bei der Sanierung des 20 Jahre alten Kinos aufgegriffen und verbinde diesen mit den Ansprüchen, „die Kinogänger von heute, aber insbesondere auch der Zukunft haben werden”, erklärte Horn.
Wie ein Firmensprecher auf Nachfrage mitteilte, habe das Unternehmen einen „signifikanten siebenstelligen Betrag” in die Umbauarbeiten investiert. Eine konkrete Summe nannte er nicht. Ebensowenig kommentierte das „Cinemaxx“ aktuelle Ticketverkäufe. Nur so viel: „Unser Gesamtausblick auf das Kinojahr 2019 ist positiv. Hier liegen wir deutlich über dem Vorjahr.“ Nach Zahlen der Filmförderungsanstalt (FFA) war das Bremer Kinojahr 2018 kein sonderlich gutes. So brach der Umsatz um fast ein Fünftel ein.
Zur geplanten Fusion der beiden großen Kinos „Cinemaxx“ und „Cinestar“ (Kristallpalast) sagte der Sprecher, dass das Mutterunternehmen übernehmen wolle, hierzu aber noch das Ergebnis des Fusionskontrollverfahrens durch das Bundeskartellamt abgewartet werden müsse. Kostenpunkt: knapp 222 Millionen Euro. Die Existenz des Bremer „Cinestar“ sei durch eine mögliche Fusion nicht gefährdet.
