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NWZonline.de Region Bremen

Werder Bremen trennt sich von Trainer Alexander Nouri

31.10.2017

Bremen Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat auf die anhaltende Talfahrt reagiert und sich von Trainer Alexander Nouri getrennt. Nach intensiven Gesprächen am Sonntagabend teilte die Geschäftsführung ihre Entscheidung am Montagvormittag mit.

Auf Nouri folgt zunächst U23-Trainer Florian Kohfeldt, der die Mannschaft auf das kommende Auswärtsspiel am Freitag in Frankfurt vorbereiten wird. Unterstützt wird er dabei von seinem aktuellen Co-Trainer Thomas Horsch und Tim Borowski, Co-Trainer der U17. „Wir sind der Überzeugung, dass dieses Trainerteam in den kommenden Tagen einen wichtigen Impuls setzen kann und die Verunsicherung in der Mannschaft auflösen kann“, erklärte Geschäftsführer Frank Baumann auf der Homepage des Vereins. „Wir haben uns Gedanken gemacht wie das Trainerteam ausschaut. Tim Borowski hat vieles erlebt und kann mit seiner Art helfen, neue Impulse zu setzen“, sagte Baumann auf der Pressekonferenz am Montag.

41 Spiele als Werder-Trainer

Für Alexander Nouri standen die Zeichen nach der 0:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg auf Abschied. Nach zehn Ligaspielen ohne Sieg und nur drei erzielten Tore, zogen die Verantwortlichen die Reißleine. „Alex hat in der vergangenen Saison eine sehr schwere Aufgabe übernommen und sie erfolgreich gemeistert. Dafür möchten wir uns bedanken. Er bringt alles mit, was einen erfolgreichen Trainer ausmacht. Ich bin sicher, dass er seinen Weg erfolgreich an anderer Stelle fortsetzen wird“, teilte Baumann mit. Nach Aussage des Werder-Geschäftsführers habe Nouri Verständnis für die Entscheidung gezeigt.

Der 38-Jährige hatte den Job im September 2016 von Viktor Skripnik übernommen, war zuvor rund zwei Jahre U23-Coach an der Weser. Insgesamt betreute er 41 Bundesligapartien der Bremer, dabei gab es 13 Siege, elf Remis und 17 Niederlagen.

Dritte Trainerentlassung in der laufenden Bundesligasaison

Die letzten 5 Werder-Trainer

Alexander Nouri 18.9. 2016 – 30.10.2017

Viktor Skripnik 25.10.2014 – 18.9.2016

Robin Dutt 1.6.2013 – 25.10.2014

Thomas Schaaf 10.5.1999 – 15.5.2013

Felix Magath 22.10.1998 - 9.5.1999

Vom 16. bis 25. Mai 2013 war zudem Wolfgang Rolff als Interimstrainer tätig.

Nach Nouris Amtsantritt gab es wechselhafte Ergebnisse, doch in der Rückrunde der vergangenen Saison legte Bremen eine beeindruckende Serie hin. Elf Partien blieben die Norddeutschen ungeschlagen und erreichten als Tabellenachter fast noch den internationalen Wettbewerb. Nachdem der Vertrag mit Nouri verlängert wurde ging es bergab. Der Start in die aktuelle Saison misslang völlig, mit nur fünf Punkten ist Werder Tabellenvorletzter. Saisonübergreifend haben die Bremer sogar dreizehn Ligapartien in Folge nicht gewonnen. Der letzte Sieg gelang im April gegen Hertha BSC Berlin. „Die Entscheidung, Alex Nouri im Sommer zum Cheftrainer zu machen, war richtig“, rechtfertigte Baumann seine Entscheidung auf der Pressekonferenz.

Nouri ist nach Andries Jonker (VfL Wolfsburg) und Carlo Ancelotti (Bayern München) der dritte Trainer in der laufenden Saison, der seinen Posten räumen muss. Der 38-Jährige hatte im September 2016 die Nachfolge von Viktor Skripnik angetreten.

Spekulationen über Nachfolge

Sportdirektor Frank Baumann Foto: Jörg Sarbach/dpa

Derweil wird über einen möglichen Nachfolger von Alexander Nouri spekuliert. Auf der Pressekonferenz am Montagvormittag erklärte Baumann, dass man sich nicht unter Druck setzen lasse und in der Länderspielpause eine Entscheidung treffen will. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass Florian Kohfeldt dauerhaft bleibt. Wir trauen ihm zu, kurzfristig einen Impuls zu setzen“, so Baumann. Der vorherige U23-Trainer sei ein junger, innovativer Trainer mit klarer Ansprache.

Zeitgleich sondieren die Verantwortlichen den Trainermarkt, das sei mit Kohfeldt auch klar abgesprochen. „Wir werden den Markt genau beobachten. Es gibt Trainer, die frei verfügbar sind, aber auch welche, die unter Vertrag stehen“, sagte Baumann.

Ein Kommentar zur Nouri-Entlassung von NWZ-Sportredakteur Lars Blancke

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