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NWZonline.de Region Bremen

„Erhabene Letter“ in Huckelriede

28.03.2019

Bremen Es hat lange gedauert, aber nun ist es so weit: Bremen weiht mit einer öffentlichen Feierstunde in Huckelriede einen Gedenk- und Erinnerungsort für die Opfer des Geiseldramas von 1988 ein. Die Einweihung ist am Samstag, 30. März, um 11 Uhr. Damit bekommen all jene, die die Geschehnisse erlebt haben, und nicht zuletzt die Hinterbliebenen der Opfer einen Ort, an dem Bremen ihnen zeigt, dass es die Erinnerung an die Ereignisse von 1988 präsent halten will.

Im Sommer jenes Jahres hatten die Geiselnehmer Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner in Huckelriede einen Linienbus mit mehr als 30 Passagieren entführt. Polizei und Journalisten, die jegliche Grenzen überschritten, verfolgten die Geiselnehmer. Am Ende waren drei Menschen tot: Der 14-jährige Emanuele de Giorgi und die 18-jährige Silke Bischoff starben durch Schüsse der Geiselnehmer. Und der Bremer Polizist Ingo Hagen kam auf dem Weg zum Einsatz bei einem Unfall ums Leben.

Wie erinnert man an so etwas? Eine Frage, über die man sich im Rathaus, im Innenressort und im Beirat Neustadt viele Gedanken gemacht hat. Hinzu kamen Gespräche mit Hinterbliebenen, deren Wünsche ebenfalls einfließen sollten. Aus den Familien kam beispielsweise der Wunsch, dass es am Gedenkort keine in den Boden eingelassene Platte geben soll. Die Bürgerschaft hatte den Senat mit Beschluss vom 30. Mai vergangenen Jahres damit beauftragt, einen Erinnerungsort zu schaffen.

Das Ergebnis ist eine Kombination verschiedener Dinge. Standort des Erinnerungsorts ist nun ein Grünstreifen direkt an der Haltestelle Huckelriede. Genau hier begann 1988 die Fahrt des von den Geiselnehmern gekaperten Busses der Linie 53. Der Erinnerungsort besteht aus einer 1,20 Meter hohen Gedenkstele aus Granit – aus „hellem Granitstein“, wie im Rathaus betont wird. Die Stele trägt eine Bronzeplatte – nicht mit eingelassener Beschriftung, sondern „mit erhabenen Lettern“. Inschrift: „Im Gedenken an die Opfer der Geiselnahme von Gladbeck vom 16. bis 18. August 1988“. Es folgen die Namen Silke Bischoff, Emanuele de Giorgi und Ingo Hagen. Am linken unteren Rand der Platte steht „Der Senat der Freien Hansestadt Bremen“.

Die Stele ist eine Arbeit der Bremer Steinmetzmeisterin und Bildhauerin Katja Stelljes. Die Bronzeplatte stammt aus der Gießerei von Thomas Schmalz. Die Stele wird noch um einen QR-Code ergänzt, mit dem sich per Smartphone unter anderem Bürgerschaftsdebatten zum Geiseldrama und Untersuchungsberichte zu Fehlern de Polizei abrufen lassen. Zwei Sitzbänke ergänzen den Erinnerungsort – und dann gehört noch ein neu gepflanzter Ginkgobaum dazu. Er gilt als „Symbol für das, was Tod und Trauer überdauert“, wie es im Rathaus heißt.

Neben Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer wird Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) bei der Einweihung sprechen. Sieling: „Wir können die Erinnerung an die Opfer hier in Bremen wachhalten und den Hinterbliebenen zeigen, dass sie mit ihrer Trauer nicht vergessen sind. Das gilt selbstverständlich für alle Opfer oder Zeugen der Geiselnahme, auch für diejenigen, die wir nicht persönlich erreichen konnten. Auch sie sind herzlich eingeladen zur Einweihung am 30. März.“

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