BREMEN - Der Leiter der Bremer Landeszentrale für politische Bildung, Herbert Wulfekuhl, hat davor gewarnt, dass Neonazis den U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge kaufen könnten.
Möglicherweise wolle der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger in dem Bunker ein Schulungszentrum errichten, sagte Wulfekuhl am Mittwoch über die Zukunft des riesigen NS-Bauwerkes an der Weser.
Das müsse verhindert werden: Der Bund muss an den Tisch. Rund 12 000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge mussten zwischen 1943 und 1945 den mehr als 400 Meter langen, fast 100 Meter breiten und rund 30 Meter hohen Bau errichten. Mindestens 1100 von ihnen kamen dabei ums Leben. Seit 1966 nutzt die Bundeswehr einen kleinen Teil des Bunkers als Materialdepot. Doch 2010 will das Militär ausziehen.
Die Bremische Bürgerschaft appellierte an den Bund, Eigentümer zu bleiben und aus dem Betonklotz mit bis zu sieben Meter dicken Wänden eine nationale Gedenkstätte zu machen.Nach der Schließung des Depots geht der Bunker in das Grundvermögen im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministers über.
Derzeit ist unklar, wie das Bauwerk genutzt wird. Die Bundesregierung fühlt sich nicht zuständig und sieht das Land am Zuge. Bremen verweist auf seine finanzielle Notlage, will sich aber an den Gesamtkosten einer Gedenkstätte beteiligen, die an den Größenwahn des Nationalsozialismus erinnern könnte.
Wenn weiter taktiert wird, stehen wir 2011 vor der Situation, dass nichts geregelt ist, warnte Wulfekuhl. Der Bunker zählt zu den größten Bauwerken der NS-Zeit und war lange in Vergessenheit geraten. Seit einiger Zeit ist in dem Bau eine Ausstellung zu sehen.
