BREMEN - „Hier ist es hübsch, hier kann ich ruhig träumen“, beginnen die Verse auf einer Tafel des „Lyrischen Pfades“ im Bürgerpark. Zehn Dichter erzählen in wenigen Zeilen zwischen Park Hotel und Waldbühne von Liebe, Natur und Vergänglichkeit.
„Wir wollen zum Verweilen einladen und zum Nachdenken anregen“, sagte Maria Elisabeth Müller, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, am Freitag bei der feierlichen Eröffnung des Pfades im Bürgerpark. In Kooperation mit dem Bürgerparkverein und zusammen mit der Hochschule für Künste wurde der zwei Kilometer lange Pfad mit zehn Stationen an der Ostseite des Parks entwickelt.
Anlass sind das 350-jährige Jubiläum der Bibliothek und das 145-jährige Bestehen des Bürgerparks. Die Auszüge aus Gedichten von Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff, Joachim Ringelnatz, Johann Wolfgang von Goethe, Kurt Tucholsky, Eduard Mörike und anderen muten vergnügt, verträumt oder nachdenklich an. „Wir suchen immer nach solch schönen, interessanten Projekten, die alle ansprechen“, sagte Dr. Detlev Gross vom Bürgerparkverein, der sich besonders über den lyrischen Pfad freute. Parkdirektor Werner Damke bemerkte, dass ein Parkdirektor hingegen immer auch ein kleines bisschen Lyriker sein müsse.
Eine lyrische Performance gab „Sophia von Bremensis“ im Gewand einer weisen Närrin. Sie gilt als Schutzpatronin der Bibliothek. Zu Lebzeiten soll Sophia die Muse von Melchior Goldast von Haiminsfeld gewesen sein.
