BREMEN - In zwei Jahren hat der Unternehmer bundesweit 3000 Stück verkauft. Selbströster sparen die Kaffeesteuer.
Von Vera Jansen
BREMEN - Kaffee ist nach wie vor Lieblingsgetränk der Deutschen. Knapp 150 Liter pro Kopf werden nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes jährlich getrunken. Jetzt kann der Genießer nicht nur seinen Kaffee selbst mahlen und aufbrühen, sondern zuvor auch selbst rösten.„Das ist ähnlich wie Brotbacken, aber viel einfacher“, sagt Manfred Dieckmann. Der Gesellschafter von Dieckmann Aroma Kaffee GmbH & Co. KG (Bremen) hat zusammen mit seinem Partner Jörg Hartwich einen Kaffeeröster für den Hausgebrauch entwickelt und vor zwei Jahren auf den Markt gebracht. „Inzwischen haben wir bundesweit knapp 3000 Stück verkauft“, sagt Dieckmann.
„Wer zu Hause röstet, spart auch Steuern“, fährt er fort. Von der Kaffeesteuer befreit sei derjenige, der sich Rohkaffee zum Eigenverbrauch röstet. Denn Rohkaffee selbst unterliege nicht der Steuer. Eine Milliarde Euro nahm der Staat 2004 mit der Kaffeesteuer ein. Pro Kilogramm Röstkaffee sind das 2,19 Euro plus Mehrwertsteuer-Anteil.
Zum Angebot des Bremer Unternehmens gehört auch der Rohkaffee selbst. Im Angebot sind „Brasilia“, „Guatemala“, „Kenia“ und „Espresso“, abgepackt in Beutel zu 300 Gramm. Diese Menge passt genau in den Röster.
„15 Minuten dauert es, bis aus den hellen, leicht grünlich schimmernden die bekannten kaffeebraunen Bohnen werden“, erklärt Dieckmann das System. Wie kräftig geröstet wird, entscheidet der Kunde selbst: Fünf Wahlmöglichkeiten gibt es für den Kaffee, zwei für Espresso.
Nicht mehr missen möchte der Delmenhorster Dieter Meyerholz seinen Heimröster. „Um nichts in der Welt tausche ich den wieder um. Der Duft von frisch geröstetem Kaffee liegt in der ganzen Wohnung.“ Das erinnere ihn auch an Kinderzeiten, als noch über Bremen der Kaffeeduft der vielen Röster-Betriebe zog.
Meyerholz schwärmt von seinem Heißgetränk: „Das ist sortenreiner Kaffee. Da ist nichts gemischt.“ Auch Dieckmann legt Wert auf Sortenreinheit. Der Kaffee-Experte ist seit mehr als 35 Jahren im Geschäft. Vor der Selbstständigkeit war der 53-Jährige Chefeinkäufer für einen großen Bremer Kaffeekonzern.
Dieckmanns Rohkaffee wird in einem Silo mit Wasserdampf gereinigt und von Bitter- und Reizstoffen sowie dem so genannten Silberhäutchen befreit. Für ihren Haushaltskaffeeröster hat die Firma auf der Erfindermesse IENA 2004 in Nürnberg eine Ehren-Urkunde erhalten.
