BREMEN - „Ich bereue das alles zutiefst“, so der Angeklagte im Verfahren wegen Vergewaltigung und Besitzes von Kinderpornografie. Am Mittwoch gab der 42-Jährige über seinen Anwalt eine Erklärung ab und gestand die Vergewaltigung. Zu den kinderpornografischen Dateien sagte er nichts.

Der Mann ist angeklagt, weil er eine junge Frau in deren Wohnung gewürgt, mit Kabelbindern gefesselt, mit einem Messer bedroht und vergewaltigt hat. Er wurde durch einen DNA-Massentest ermittelt.

In der Erklärung, die gestern sein Verteidiger vor dem Landgericht abgab, heißt es, dass der 42-Jährige sich in die Frau verliebt habe. Sie arbeitete in dem Fitness-Studio, in dem er Mitglied war. „Sie war stets freundlich zu mir, hat einen engeren Kontakt aber nicht zugelassen.“ Als der Mann am Tatabend von einer Reise zurückkam, fühlte er sich nicht gut, sondern etwas fiebrig. Er trank vier oder fünf Whisky-Cola, fuhr dann in der Gegend herum. Er kam in die Nähe der Wohnung, des Opfers, sah, dass die Terrassentür zum Lüften gekippt war und beschloss, in die Wohnung einzudringen. „Ich sah sie im Bett liegen. Was dann geschah, kann ich mir kaum erklären. Dann tat sie mir auf einmal so leid.“ Nach der Tat schnitt er die Kabelbinder durch und verließ die Wohnung. „Ich hoffe, dass sie wieder ganz gesund wird. Sie trägt keinerlei Schuld an dem, was passiert ist.“

Laut Aussage einer Polizistin flüsterte der Angeklagte der Frau ins Ohr, dass er sie umbringen werde. „Das schien sie sehr ernst zu nehmen. Sie hatte große Angst“, so die Polizeibeamtin am Mittwoch. Nach der Tat habe das Opfer seinen Freund angerufen, der es dann abholte. Etwa 200 Meter von der Wohnung entfernt seien die beiden dann zufällig einem Streifenwagen begegnet. Der Polizeibeamtin zufolge stand die junge Frau deutlich unter Schock.

Davon war beim Verdächtigen nichts zu spüren. „Er saß uns gegenüber wie ein Fels“, beschrieb ein Polizist das Verhalten des 42-Jährigen nach der Festnahme. „Vor dem Hintergrund dieses Tatvorwurfs war er sehr arrogant.“ so der Beamte. Bei der Polizei hatte der Mann die Tat nicht zugegeben.