BREMEN - Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung stehen zwei 29- und 23-jährige portugiesische Brüder vor Gericht. Die beiden sollen einen 36-jährigen Landsmann so lange geschlagen und getreten haben, bis dieser ohnmächtig wurde.

Laut Anklage waren die drei Portugiesen am 6. Dezember des vergangenen Jahres gemeinsam in einem Café. Dort schlugen die Brüder den 36-Jährigen mit der Faust gegen den Oberkörper und zerrten ihn aus dem Lokal heraus. Der Mann ging zu Boden und erhielt Tritte an den Kopf. Von den Schlägen und Tritten habe der Mann unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma davongetragen, heißt es in der Anklage, außerdem einen Kieferbruch und einen Bizepssehnenabriss. Das Opfer lag wegen der lebensgefährlichen Verletzungen im künstlichen Koma.

Die beiden Angeklagten machten vor dem Bremer Landgericht keine Aussagen. Das könnte sich noch ändern. „Es ist durchaus beabsichtigt, dass mein Mandant zu den Vorwürfen Stellung nehmen wird“, sagte der Verteidiger des 23-Jährigen.

Der 36-jährige Nebenkläger berichtete, was im Dezember passiert sein soll. Zusammen mit seinem 26-jährigen Schwager sei er schon nachmittags in das Café gegangen. Dort hätten sie gemeinsam mit dem 29-Jährigen und einem Bekannten Dart gespielt und Bier getrunken. Später kamen noch einige Martinis und Wodka dazu.

Bei einem Streit habe er, so der Nebenkläger, die Frau des 29-Jährigen beleidigt. „Verärgert hat er mich mit nach draußen genommen und verhauen.“ Der 29-Jährige habe ihn nach draußen geschubst. „Und dann erinnere ich mich nicht mehr. Nach den Schlägen war ich komplett weg.“

Er leide noch heute, sagt er. Er habe Angst, Depressionen, sei manchmal nervös und habe Schmerzen im Arm. Außerdem mussten ihm damals nach der Tat drei Zähne gezogen werden. Der Zeuge sitzt mit zitternden Händen im Gerichtssaal und reibt sich später mit einem Taschentuch die Augen, als sein Schwager aussagt.

„Warum sind Sie geschlagen worden?“, will der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann wissen. „Das weiß ich nicht“, antwortet der Nebenkläger. Auch der Schwager hat keine Erklärung. Viel Aufregung gibt es dann noch um den Dolmetscher. „Das stimmt alles nicht, was der übersetzt“, beschwert sich der 29-jährige Angeklagte.