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NWZonline.de Region Bremen

Plädoyers im Mammutprozess verschoben

22.01.2019

Bremen Von wegen Plädoyers: Die für Montag angekündigten Schlussvorträge im Prozess gegen drei Männer, denen gemeinschaftlicher Totschlag an einem 15-Jährigen zur Last gelegt wird, sind verschoben worden. Aufgrund eines weiteren Beweisantrags der Verteidigung, dem die Kammer am Bremer Landgericht stattgab, wird das Verfahren wahrscheinlich erst im Februar ein Ende finden.

Der eigentliche Plan des Landgerichts sah vor, am Montag die Beweisaufnahme nach mehr als 70 Verhandlungstagen und mehr als anderthalb Jahren Prozessdauer zu schließen. Doch Rechtsanwalt Stefan Hoffmann hatte noch einen Beweisantrag in petto. Konkret geht es in dem Antrag darum, dass die Anwälte der drei Angeklagten weitere Zeugen hören wollen.

Dabei handelt es sich um Klinikpersonal, welches den damals 15-jährigen Odai K. am Neujahrsmorgen 2017 notärztlich versorgt haben soll. Die türkischstämmigen Angeklagten Hayat G. (37), sein jüngerer Bruder Hayrettin G. (26) und der gemeinsame Neffe, Sipan G. (17), sind angeklagt, am Silvesterabend 2016/2017 den 15-jährigen syrischen Flüchtling Odai K. in ein Café an der Lüssumer Heide gejagt und dort massiv auf ihn eingeprügelt haben. Odai K. starb eine Woche später im Krankenhaus.

Zeugen, die an besagtem Abend im Café eine Party veranstalteten, hatten von mehreren Männern berichtet, die auf den am Boden liegenden Jungen eingetreten haben sollen. Wäre dem tatsächlich so, müssten laut Verteidigung die Tritte deutlich erkennbare Hämatome an Kopf, Hals und Oberkörper des Opfers hervorgerufen haben. Doch genau hier herrscht Unklarheit. Bislang konnten geladene Zeugen – vorrangig Klinikpersonal von der behandelnden Kinderchirurgie – nur vage den äußerlichen Zustand des Jungen beschreiben. Auch die Gerichtsakten geben bisher keinen Aufschluss darüber, ob und was für Hämatome festgestellt wurden.

Anwalt Stefan Hoffmann sagte, die Verteidigung könne mit der Befragung des Klinikpersonals womöglich beweisen, dass die Zeugen zum einen in ihren Aussagen „absolut übertrieben“ hätten und dass der wie bisher geschilderte Tathergang so nicht stimmen könne.

Da der Tatort erst neun Tage nach Silvester von der Kriminalpolizei versiegelt wurde, fehlen dem Gericht objektive Beweismittel. Umso mehr kommt es auf die Aussagen unmittelbarer Zeugen an. Doch die hatten sich mehrfach in Widersprüche verstrickt. Gegen insgesamt fünf junge Männer wird mittlerweile wegen Falschaussage ermittelt.

Der Prozess wird am Mittwoch, 23. Januar, fortgesetzt.

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