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NWZonline.de Region Bremen

Von einer Kiste voller scharfer Waffen

09.05.2019

Bremen Gefälschte Dokumente, eine Kiste voll mit scharfen Waffen, dubiose Firmennetze: Im Prozess gegen vier Männer, denen groß angelegter Betrug an Dutzenden Senioren und Autokäufern zur Last gelegt wird, hat am Mittwoch der Ermittlungsführer der Polizei vor dem Bremer Landgericht ausgesagt und berichtet, wie man den mutmaßlichen Verbrechern auf die Spur kam.

Die Geschichte beginnt Ende 2017 mit einer „interessanten Spurenlage“. Als der Ermittlungsführer (46) des Fachbereichs „Organisierte Kriminalität“ der Bremer Polizei im November auf Kollegen der Staatsanwaltschaft zugeht und sich über mutmaßliche Machenschaften der vier Angeklagten erkundigt, staunt er nicht schlecht. Hikmet K. (30), Seref G. (25, beide Türken), Ingo R. (47) und Marco B. (28, beide Deutsche) sind aktenkundig. Elf Strafanzeigen liegen aus dem Jahr 2017 vor – unter anderem wegen gefälschter Fahrzeugpapiere und Leasing-Verträge sowie gestohlener Autos wird gegen sie ermittelt. Der Beamte forscht weiter und stößt auf ein Netz aus mutmaßlichen Briefkastenfirmen, Geldwäsche und Immobiliengeschäften. Dass nur wenige Wochen später zu der nun eingerichteten Ermittlungsgruppe „Cars“ noch eine zweite hinzukommen soll, ahnt der Beamte da noch nicht. „Fox“ wird sie heißen – und sich mit den Betrugstaten zum Nachteil älterer Menschen beschäftigen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern neben diversen Betrugstaten im Autogeschäft vor, in mindestens 17  Fällen Senioren um ihr Erspartes gebracht zu haben. Rund 2,35 Millionen Euro hätten die Angeklagten mit der Masche „falscher Polizist“ erbeutet, so der Vorwurf. Sowohl bei der Polizei als auch bei der Anklagevertretung gilt ein Mann als Drahtzieher und Kopf der Bande: Hikmet K. Der 30-Jährige soll mittels mehrerer Firmen gutgläubige Autokäufer geprellt und so nur seinen eigenen Geldbeutel gefüllt haben. Dazu bediente sich der Mann laut des Zeugen mehrerer „Geschäftsmodelle“. Zum Teil seien Autos gestohlen und dann mit gefälschten Papieren an ahnungslose Menschen weiterverkauft worden. In anderen Fällen habe Hikmet K. Autos per Leasingvertrag übernommen, dann aber die Ratenzahlungen eingestellt. Auch Banken soll er mit Hilfe von Aliasnamen geprellt haben, um an immer neue Luxusfahrzeuge zu gelangen.

Die Ergebnisse von monatelangen Telefon- und Mailüberwachungen füllen Dutzende Aktenordner. So hätten die Beamten nicht nur die Telefone von Hikmet K. und Seref G. abgehört, sondern auch Wanzen an K.s Auto angebracht. Am 21. September 2018 haben die Beamten genug Material zusammen und schlagen zu. 350 Ermittler durchsuchen 18 Objekte – darunter Lagerräume in Hemelingen. Dort finden sie in einem Container 16 scharfe Langwaffen samt Munition sowie einen Karton mit gefälschten Siegeln, Firmenstempeln und Stempeln, wie sie bei Serviceleistungen für Autoreparaturen verwendet werden.

Auch im Privathaus von Hikmet K. stellen die Beamten eine Waffe sowie Luxuskarossen sicher – obwohl er Sozialleistungen kassieren soll. Für den Kommissar ist klar: „Viele Tatgeschehen wurden durch K. bestimmt. Das wurde deutlich.“ Und das Geld? „Der größte Tatbeitrag floß K. zu“, so der Beamte.

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