BREMEN - Nun ist es offiziell: Auch der Bremer Stadtteil Osterholz hat jetzt seinen eigenen, kleinen Roland. Wie es dazu kam? Der Osterholzer Bevölkerung sei Dank. Und den Neustädtern. Denn bei der Skulptur, die jetzt ihren Standort vor dem Ortsamt und der benachbarten Polizeistation in der Osterholzer Heerstraße 100 hat, handelt es sich um die Bronzekopie des so genannten Kleinen Rolands in der Neustadt.
Der steht am südlichen Ende des Platzes, „Am Neuen Markt“. Es ist schon einige Jahre her, 270 um genau zu sein: Man schreibt das Jahr 1737. Die erste Bürgerkompanie stiftet die Figur als krönenden Schmuck eines Brunnens. Die frühen Neustädter waren Bürger „minderen Rechts“, erst 1847/48 wurden sie ihren hochnäsigen Brüdern aus der Altstadt gleichgestellt.
Es spricht für das Selbstbewusstsein der Neustädter, dass sie, obwohl sie als Bürger zweiter Klasse behandelt werden, sich das Recht herausnehmen, schon im 19. Jahrhundert ihren eigenen „Roland“ aufzustellen, der für alle Bremer das Symbol bürgerlicher Freiheit ist. Von diesem kleinen Roland wurde eine Kopie aus Gips hergestellt, die im Sommer 2003 neben dem großen Roland auf dem Bremer Marktplatz aufgestellt wurde. Die Osterholzer Bevölkerung war so begeistert von der Gipskopie des Kleinen Rolands, dass diese mit Hilfe des Kulturressorts vor das Ortsamt Osterholz wanderte.
