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NWZonline.de Region Bremen

„Kuh der Kreidezeit“ zurück im Museum

04.07.2019

Bremen Ein gewichtiges Stück Arbeit: Die beiden stärksten Männer aus dem Team des Übersee-Museums am Bremer Hauptbahnhof müssen ran. Sammlungstechniker Alexander Horn und Elektriker Mehmet Erkek heben den Kopf des Abgusses eines Dinosaurier-Skeletts an, um ihn an den übrigen Knochen anzuschrauben. Der Skelettabguss ist Teil der geplanten Ausstellung „Spurensuche – Geschichte eines Museums“.

Mit der Dauerausstellung will sich das Übersee-Museum ab dem 26. Oktober mit der eigenen Geschichte von der Gründung 1896 bis in die 80er beschäftigen. Sie soll zeigen, wie die Dinge ins Haus gekommen sind, präsentiert wurden, was geblieben und was ausgeschieden ist.

Der Aufbau des Skeletts sei nicht einfach gewesen, weil es über eine Steckverbindung auf einem Gestell befestigt wurde. Die musste sorgsam eingefädelt werden, so Horn. „Sechs Männer mussten mit anpacken.“ Der Abguss stammt von einem Skelett, das Ende des 19.  Jahrhunderts in einem Kohlebergwerk im belgischen Bernissart ausgegraben wurde. Es handelt sich um das Skelett eines Iguanodon, einer der ersten Dinosaurier, von dem fossile Überreste gefunden wurden.

„Ein erster Abguss kam 1911 in das Museum und stand hier bis 1945“, sagt Michael Stiller, Abteilungsleiter Naturkunde im Übersee-Museum. „Er wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt.“ 1993 habe das Museum anlässlich einer Ausstellung zum Thema „Evolution“ einen neuen Abguss gekauft. „Ein naturkundliches Museum sollte einen Dinosaurier haben“, sagt Stiller.

Der Iguanodon, der in den vergangenen fünf Jahren an die Universität verliehen war, ist ein Beispiel, wie sich die Präsentation eines Exponats im Laufe der Zeit geändert hat. Anfangs habe der Skelettabguss aufrecht gestanden und in den Lichthof hineingeragt. „Er wirkte wie ein Drache“, sagt Stiller. Immerhin war ein Iguanodon aufgerichtet fünf Meter hoch und wog bis zu fünf Tonnen.

Später habe die Wissenschaft herausgefunden, dass der Dinosaurier zumeist auf allen vieren stand. Er war Pflanzenfresser und kam vor 135 bis 110 Millionen Jahren häufig vor. „Deshalb nennt man ihn auch ,Kuh der Kreidezeit‘“, sagt Stiller. Der zweite Abguss steht nun auf allen vieren und beeindruckt mit seinen acht Metern Länge.

Auch Teil der Ausstellung sollen zwei Indianer werden, die vor einem Tipi in der Amerika-Ausstellung standen. „Die Indianer repräsentieren keine Personen, sondern Klischees von Personen“, sagt Stiller. Es handele sich um Figuren, ohne individuelle Züge, sagt Pressesprecherin Charlotte Altenmüller. „Sie zeigen, das Abbild eines Volkes, wie man es sich vorgestellt hat. Heute stellt man Menschen als Individuen dar.“

Besonders beliebte handelskundliche Exponate aus der Bremer Geschichte sollen in einem Kolonialwarenladen zu sehen sein. Aufgefunden in der Neustadt, wurde er in den 90er Jahren Teil der Ausstellung. „Viele Besucher kannten den Laden noch“, sagt Stiller.

Das Übersee-Museum hat in den Sommerferien dienstags bis sonntags, 10  bis 17 Uhr, geöffnet. Der Eintritt kostet 7,50 Euro. Kinder ab fünf Jahre zahlen drei Euro.

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