BREMEN - Der Band ercheint in einer Auflage von 2000 Exemplaren. Der ehemlige Bürgermeister Bremens, Henning Scherf, ist einer der Autoren der Aufsätze.
Von Thomas Kuzaj
BREMEN - 600 Jahre Rathaus: Dieser Geburtstag wurde im laufenden Jahr gefeiert – unter anderem mit einer Vortragsreihe. Und aus eben diesen Vorträgen entstand nun das Buch. Herausgeber Professor Gotthilf Hempel: „Die Vortragenden durften nur eine halbe Stunde reden. Deshalb hatten sie kurze Manuskripte. Das war ein großer Vorteil.“168 Seiten hat der bei Hauschild in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienene Band nun, und die Aufsätze darin decken ein breites Spektrum ab. Das deutet der Titel bereits an: „Das Rathaus und seine Nachbarn – Macht und Pracht, Gott und die Welt am Markt zu Bremen“.
Die gotischen Ursprünge des Weltkulturerbes Rathaus werden ebenso erläutert wie die prächtige Weserrenaissance-Fassade und der sich unauffällig anschmiegende Anbau, der in Wirklichkeit größer ist als das ursprüngliche Gebäude – das Neue Rathaus, 1913 von dem Münchner Architekten Gabriel von Seidl errichtet.
Über das Neue Rathaus übrigens schreibt einer, der für seine Rathaus-Führungen weithin gerühmt wird: Bremens jüngst zurückgetretener Bürgermeister Henning Scherf (SPD). Er beschreibt die gelungenen Übergänge von Alt und Neu. Er lobt das „kluge Raumkonzept“ des Architekten von Seidl. Er verrät: „Der Kaminsaal hat eine besondere Atmosphäre, er hat die Kraft, Menschen zu einem gemeinsamen Handeln zusammenzubringen.“
Wie der Titel andeutet, geht es im Buch aber auch um die Nachbarschaft des Rathauses – dabei allerdings nicht so sehr um den Roland. Der hatte schon im vergangenen Jahr seinen 600. Geburtstag, wozu es ebenfalls eine Vortragsreihe und anschließend ein Buch gab. Im Rathaus-Buch nun geht es auch um die Liebfrauenkirche und den Dom, um den Schütting, das Haus der Bürgerschaft und die Raths-Apotheke, die sich heute noch – wie einst – vornehm mit „th“ schreibt. Die Denkmäler rund ums Rathaus werden aus kunsthistorischer Sicht besprochen, die Geschichte des Bremer Ratssilbers wird erzählt.
Und natürlich kommt auch die Güldenkammer zur Sprache, womit wir bei einem weiteren Geburtstag wären. Genau 100 Jahre nämlich ist es her, dass der Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler den damals zur Rumpelkammer verkommenen Raum – salopp gesagt – tüchtig aufmöbelte, sprich: ein großes Jugendstil-Kunstwerk daraus machte.
Mehr Infos unter www.rathaus-bremen.de
