BREMEN - „Manni, nun mach‘ mal“, sagte Polizeipräsident Eckard Mordhorst vor einigen Jahren zum Polizeibeamten Manfred Schurwanz. Und Manni machte und legte die Grundlagen für die Chronik „Die Polizei Bremen“, die nun an diesem Dienstag vorgestellt wurde. Auf knapp 110 Seiten haben Schurwanz und Thomas Folz Geschichtliches über die Bremer Polizei zusammengetragen, einiges im Zeitraffer, da Mordhorst nicht einen „dicken Wälzer“, sondern ein handliches Taschenbuch wünschte.
Dazu haben sich die Autoren Quellen wie Staatsarchiv, Schwarzwälders Buch, der Verlage Temmen und Schünemann sowie Focke-Museum bedient. Jahrelang sammelte Schurwanz Material: „Es war hochinteressant, sich in so mancher langer Nacht in die Geschichte einzulesen.“
Zu Ende bringen musste sein Kollege Thomas Folz die Chronik, denn Schurwanz ging vor gut drei Jahren in den Ruhestand. Sein Vermächtnis an Folz: zwei große Bananenkartons mit reichlich Material und eine CD mit gesammelten Infos. Neuzeit und Kaiserzeit fehlten noch.
Folz sammelte, sortierte, formulierte weiter – und diskutierte immer wieder mit dem Polizeipräsidenten über dessen Anmerkungen. Und Mordhorst musste sich dabei auch schon mal eines Besseren belehren lassen: „Die Flusspolizisten waren tatsächlich welche und keinesfalls ,Fußpolizisten‘“, so der Polizeipräsident. Irgendwie waren die Flusspolizisten Vorläufer der Wasserschutzpolizei.
Herausgekommen ist in Zusammenarbeit mit „Salon fähig“ ein kleines Buch zur historischen Selbstdarstellung, das dem Leser Anregung gibt, Epochen mit einem Besuch in der Bibliothek zu vertiefen.
Einblick gibt die Chronik zum Beispiel in alte Verhörmethoden, das „Bremer Modell“ Helenenstraße (Prostituierte gingen sozusagen unter Aufsicht ihrem Gewerbe nach) und in besondere Streitschlichtungsverfahren. Dabei wurden Streithähne zusammen in einen Keller gesperrt und mussten so lange zechen, bis sie sich verständigt hatten. Das vom Verein „Bürger und Polizei“ vorfinanzierte Buch (Auflage 1500 Stück) ist vor allem als Abschiedsgeschenk für in den Ruhestand gehende Polizisten gedacht. Interessierte können es jedoch für fünf Euro über die Pressestelle unter 0421/362 121 14 erhalten.
