• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Geschichte: Wie das Fahrrad seinen Weg nach Bremen fand

30.06.2020

Bremen Geschützte Radwege, Premiumrouten, autofreie Innenstadt: Bremen ist auf dem Weg zur Fahrradstadt. Neu ist das nicht. Schon anno 1908, zu Kaisers Zeiten, wurde das Fahrrad an der Weser gefeiert – beim 25. Bundestag des Deutschen Radfahrerbunds. Den aber gibt es längst nicht mehr. So ist das historische Treffen heute Thema unserer Serie Verschwunden.

Rad-Premiumrouten, die gab es damals natürlich noch nicht – also: allenfalls für den Kaiser, und der fuhr dann nicht mit dem Rad. Aber Radfahrer, die gab es schon im immer größer und dichter werdenden Bremer Stadtverkehr. Um die kümmerte sich der Deutsche Radfahrerbund, der 1884 in Leipzig gegründet worden war.

Der Bund brachte Zeitschriften für Radfahrer heraus, in denen Radwandern ein großes Thema war. Aber auch die Sicherheit. So wurde beispielsweise sehr dringend empfohlen, auf den Chausseen rechts zu fahren, um Unglücksfälle und „Unannehmlichkeiten mit Beamten“ zu vermeiden. Anzeigen warben für Artikel wie „Pneumatik-Reifen“, „Radfahrer-Schuhe“ („für Damen und Herren“) und „Reparaturen an Nähmaschinen und Fahrrädern“.

Die jährliche „Bundesfeste“ entwickelten sich zu höchst geselligen Großveranstaltungen. Bremen war schon recht früh mit von der Partie. Als der Radler-Bundestag im Jahr 1897 erstmals in Bremen zusammenkam, da hatte der Radfahrerbund bereits gut 34 900 Mitglieder.

Beim großen Jubiläumstreffen 1908 waren es noch mehr: 45 460 fahrradbegeisterte Untertanen des Kaisers. Warum war der Radverkehr so in Schwung gekommen? Nun, das Herumkurven auf Hochrädern war ja eher noch eine Sache für Sportler und Spezialisten gewesen; die Fahrer bewegten sich auf Augenhöhe mit Reitern. Dann aber setzten sich in den 1890er Jahren die Tourenräder durch. Mit stabilem Rohr vom Sattel zum Tretlager. Und Luftreifen! Damit konnte man nicht nur Rennen fahren, sondern auch zur Arbeit.

Schon 1881 war der – mit Blick auf Sport und technischen Fortschritt noch britisch geprägte – „Bicycle-Club Bremen“ gegründet worden. Der Club organisierte unter anderem Saalfahrten in den Hemelinger „Centralhallen“, Platz gab‘s dort ja genug. Schaufahren in Ballsälen – in Bremen war das nicht ungewöhnlich. Draußen, an der frischen Luft, wurden Radrennen gefahren – auf einer Bahn an der Straße Außer der Schleifmühle zum Beispiel.

„Um 1900 zählte man in Bremen 17 Radfahrvereine“, heißt es im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder (1919 bis 2011). Die Vereine trugen Namen wie „Hansa“, „Radtouristen“ und „All-Heil“.

Dennoch blieb der Regulierungsbedarf groß. Bis 1908 erließ Bremen zehn „Fahrradordnungen“. Das Fahren auf Fußwegen wurde über den Bürgerpark hinaus ausgedehnt (es hat sich bis heute gehalten), das Rechtsfahrgebot eingeführt. Bremen gehörte zudem zu den ersten deutschen Städten, die Radwege einführten – die Radler zahlten sie zunächst selbst.

Vor dem Bundestreffen 1897 sammelten sie 5 000 Mark dafür. Bald zahlte auch die Stadt, um Radler von den Fußwegen zu lotsen. So wurden an Holler- und Parkallee Reitwege zu Radwegen umgebaut. Beim 25. Bundestag des Deutschen Radfahrerbunds gab‘s 1908 also viel Grund, Bremen zu loben.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.