BREMEN - Die Patienten sollen dadurch besser versorgt werden. Die elektronische Dokumentation spart Zeit.
von Elisabeth Gnuschke
BREMEN - Die Beteiligten sind sich einig: Der Vertrag zur integrierten Versorgung von Patienten mit Blut- und Tumorerkrankungen ist nicht nur bundesweit einmalig. „Er wird auch die Versorgung betroffener Patienten erheblich verbessern“, sagte gestern der Vorsitzende der Gesundheit Nord, Wolfgang Tissen.Geschlossen haben den Vertrag die AOK Bremen, die Handelskrankenkasse (HKK) sowie das Klinikum Bremen-Mitte. „Der Vertrag unterstreicht die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und zeigt gleichzeitig Innovationskraft“, so Tissen. Er betonte, dass im zur Gesundheit Nord gehörenden Klinikum Mitte rund 40 Prozent der behandelten Patienten mit Blut- und Tumorerkrankungen aus Niedersachsen kommen.
Insbesondere Krebspatienten pendeln häufig und lange zwischen ihren behandelnden Ärzten in der Praxis und im Krankenhaus. Dabei gibt es einen regen Austausch von Daten: Befundberichte, Laborergebnisse, Röntgenbilder und andere Informationen, die für die Behandlung notwendig sind, pendeln mit. Ein vollständiger Überblick über die Behandlung ist mit hohem Aufwand verbunden. Doppeluntersuchungen und unnötige Krankenhauseinweisungen nerven die Patienten, denen es ohnehin schlecht geht. Mit einer speziellen elektronischen Dokumentation, die unter dem Stichwort „iBON“ (integratives Bremer Onkologie-/Hämatologie-Netzwerk) im Klinikum Mitte entwickelt wurde, wird dem Problem jetzt zu Leibe gerückt. Die moderne Informationstechnik ermöglicht mit Hilfe einer speziellen Chipkarte einen Datenaustausch zwischen den niedergelassenen Ärzten und den Behandlern im Krankenhaus. Sie wird schrittweise die Papierdokumentation ersetzen, sagte Tissen.
Der Vertrag mit den beiden Krankenkassen ergänzt das elektronische Netzwerk „iBON“: Die gemeinsame Tumordokumentation zwischen Krankenhaus und Praxis führt zu erheblicher Zeitersparnis und zu einer verbesserten Information aller beteiligten Therapeuten.
