BREMEN - Der Bremer Diabetesschulungsverein will türkischen Patienten besser helfen. Gruppenschulungen werden daher auch in der Muttersprache angeboten.
Von Manuela Ellmers
BREMEN - Diabetes-Experten wissen: Der Therapie-Erfolg wird wesentlich von Schulungen der Patienten über ihre Erkrankung bestimmt. Doch was tun, wenn die betroffenen Patientinnen und Patienten kein Deutsch, sondern Türkisch oder Russisch sprechen? Der Diabetesschulungsverein Bremer Ostärzte, der erste seiner Art in Bremen, hat deshalb jetzt Neuland betreten und türkische Patienten in ihrer Muttersprache geschult.Für Thomas Hilmer, Chefarzt des Klinikums Bremen-Ost und zugleich stellvertretender Vorsitzender des Vereins, war dies eine neue Erfahrung: „Ich konnte als Arzt selbst nicht mehr alles verstehen, was während der Schulung gesprochen wurde.“ Dafür profitierten die Patienten umso mehr, denn gerade für Türkinnen und Türken, unter denen Diabetes ebenfalls ein gravierendes Problem ist, stellten die Sprachbarrieren in der Vergangenheit ein großes Hindernis dar.
Mit dem neuen Konzept gedolmetschter Veranstaltungen speziell für türkische Mitbürger erhoffen sich die Diabetes-Experten wesentliche Verbesserungen in der Patientenversorgung. Geschult wird über aktuelle Therapien für die Erkrankung, wie Medikamente angewendet werden müssen, über Risikofaktoren und Folgeschäden. „Wird das Konzept gut angenommen, könnten andere Sprachen wie Russisch bald folgen,“ so Hilmer.
Das Projekt wird von mehr als 30 niedergelassenen Ärzten in Kooperation mit dem Klinikum Bremen-Ost getragen.
