BREMEN - Fünf gut dotierte Chefposten sind in Bremens kommunalen Kliniken zu vergeben. „Headhunter“ sind auf der Suche – oder werden gesucht. Und auch an einem Strukturmodell wird immer noch gebastelt.

„Das ist ein nicht vermittelbares Chaos“, sagt Uwe Schmid von der Gewerkschaft ver.di. Schmid, der zurzeit auch amtierender Aufsichtsratschef in zwei der vier Kliniken ist, sowie Mitglieder des Konzernbetriebsrats der Klinik-Holding Gesundheit Nord legten der Presse gestern ihre Forderungen zur Zukunftssicherung der Kliniken und ihre Vorschläge für eine künftige Struktur des Verbundes vor. Und die weichen deutlich von den aktuellen Senatsplanungen ab.

Der noch vom rot-schwarzen Senat als Strukturplaner eingesetzte ehemalige Stahl-Manager Klaus Hilker hat unter anderem vorgeschlagen, dass die Holding künftig von zwei Geschäftsführern gelenkt werden soll. Einer soll gleichzeitig Vorsitzender der Aufsichtsräte der Kliniken Mitte, Ost, Nord und Links der Weser sein, der andere Mitglied der vier örtlichen Geschäftsführungen. Zumindest dieser Kernpunkt des „Hilker-Papiers“ soll nach den Informationen, die den Betriebsräten vorliegen, auch umgesetzt werden. Das heißt: Mehr Macht für die Holding, die die vier Kliniken zentral steuern könnte.

Und genau das lehnen die Gewerkschafter ab. Konzernbetriebsratschef Peter Erlanson vermisst eine medizinisch-pflegerische „Strategie“ hinter der geplanten Strukturänderung. Die Betriebsräte lehnen vor allem eine Vertretung der Holding in den örtlichen Geschäftsführungen ab. Stattdessen wollen sie Vertreter der Ärztlichen und der Pflege-Geschäftsführer in die Zentrale schicken. Ihnen schwebt ein Holding-Modell mit drei Geschäftsführern vor – einem Kaufmännischen sowie je einem Ärztlichen und einem aus der Pflege. Wobei die beiden Letztgenannten aus den vier Kliniken rekrutiert werden sollen. Folgt die Politik dem Betriebsräte-Modell, müsste Bremen auch nur einen neuen Holding-Geschäftsführer finden. Der ehemalige

Holding-Chef Wolfgang Tissen hat die Stadt pro Jahr rund 300 000 Euro gekostet. „Das reicht für sechs OP-Schwestern“, sagt Schmid.

Offen sind zurzeit weitere Spitzenjobs. Im Klinikum Bremen-Ost werden ein Kaufmännischer und Pflege-Geschäftsführer gesucht, in Nord ist der Pflege-Spitzenposten frei. Für das Klinikum Mitte wird zum 1. September ein neuer Kaufmännischer Geschäftsführer benötigt.