BREMEN - Starker Regen flutet Keller und Straßen. Der Feierabendverkehr in Teilen Bremens kam zum Stillstand.

Von Thomas Kuzaj

BREMEN - Erst kam der Regen, dann kam das Chaos. Der Feierabendverkehr in Bremen brach gestern zusammen, nachdem ein Unwetter über Teile der Stadt hinweggezogen war. „Bremen säuft ab“, hieß es bei der Feuerwehr. Für ausführlichere Auskünfte hatten die Einsatzkräfte kaum noch Zeit. Sie waren ununterbrochen unterwegs zu überfluteten Kellern und überspülten Straßen.

Wo eben noch Wege waren, gab es plötzlich große Seen. Die Einsatzkräfte leisteten Schwerstarbeit. Hunderte von Kellern standen unter Wasser, sagte ein atemloser Feuerwehrsprecher.

Neben der Innenstadt, in der die Sirenen der Einsatzwagen zeitweise pausenlos tönten, besonders stark betroffen: Die Stadtteile Walle und Utbremen im Bremer Westen und Teile Schwachhausens. Innerhalb einer halben Stunde fielen etwa 20 Liter Regen pro Quadratmeter.

Allein in der Innenstadt eilten 170 Feuerwehrleute von Überschwemmung zu Überschwemmung. Der immense Druck der Wassermassen hob viele Gullydeckel aus den Verankerungen. Tunnel waren unterspült, Eisenbahnunterführungen standen unter Wasser – so zum Beispiel in der Schwachhauser Heerstraße. Geparkte Autos standen plötzlich im Nassen. Und Autofahrer hatten mit unerwarteten Schwierigkeiten zu kämpfen: Durch Aquaplaning kam es zu mehreren Verkehrsunfällen. Verletzte hat es zunächst nicht gegeben, hieß es. Busse und Bahnen wurden durch das Unwetter und seine Auswirkungen behindert.

Die Straßenbahnlinie 4 etwa fuhr nicht mehr. Fahrgäste warteten vergeblich an den Haltestellen. Die meisten ahnten, woran es lag. Fremde Menschen kamen auf diese Weise miteinander ins Gespräch. Ein Thema lag ja nahe: Das Wetter. Die Verkehrsbehinderungen dauerten stundenlang an.

Von den enormen Wassermassen betroffen waren auch Lokale und Geschäfte in der Innenstadt – so unter anderem in der Lloyd-Passage und in der Obernstraße.

Auch Keller historischer Gebäude mussten leergepumpt werden. Wie hoch der Sachschaden ist, war am Abend noch nicht abzuschätzen. Im Ratskeller liefen die Personalräume voll Wasser.