BREMEN - Der „Landmark-Tower“ zählt zu den Wahrzeichen der Überseestadt. Die Mieter der 53 exklusiven Wohnungen gucken aufs Wasser – und auf Brachland. Das soll sich bald ändern. Ende des Jahres soll mit dem Bau von fünf mehrgeschossigen Häusern begonnen werden. Die ersten Bagger sind da – mit der Deicherhöhung beginnt die Erschließung der „Hafenkante“.
„Hochwasserschutz mit Freizeitwert“ lautet der Slogan der Baumaßnahme im Westen der Überseestadt. Dort werden die Deiche um 80 Zentimeter erhöht und im Zuge der Arbeiten sogleich die Promenade entlang der Weser zwischen „Landmark-Tower“ und Wendebogen am Hafenbecken um rund einen Kilometer verlängert. Die Baukosten betragen rund eine Million Euro, sagte gestern Andreas Heyer, Chef der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). In dem Betrag enthalten sind die genehmigten Bundesmittel zur Umsetzung der neuen Hochwasserschutzhöhen. Und auch die Europäische Union trägt ihr Scherflein bei. Angezapft wird der Fonds für regionale Entwicklung.
Die neue – rund vier Meter breite – Promenade soll an der Wasserseite die Entwicklungsgebiete der boomenden Überseestadt miteinander verbinden. „Aus dem Zukunftsprojekt ist ein lebendiger Stadtteil geworden“, sagte gestern Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). In zehn Jahren sei eine Investitionssumme von 350 Millionen Euro bewegt worden. „Und immer ist hier irgendetwas in Bewegung“, sagte der Senator und setzte sich zum symbolischen Baustart in den blitzblanken Bagger. Für den Fototermin griff er an die Schaltknüppel. Und lächelte. Die Arbeit, also den Aushub der ersten Schaufel Deichboden, überließ er dann doch dem Profi – Baggerführer Klaus Nullmeier.
Der Deich wird zur Ausflugsstrecke für Radfahrer und Fußgänger ausgebaut. Unter anderem sollen Sitzstufen wasserseitig entlang der Promenade eingesetzt werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. „Hochwasserschutz und Attraktivitätssteigerung passen hier perfekt zusammen“, so Günthner.
Bis Ende 2011 sollen die Arbeiten erledigt sein, ergänzte Heyer. Im Dezember soll es dann, wie eingangs erwähnt, mit dem Wohnungsbau beginnen. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba plant 100 exklusive Mietwohnungen in fünf Häusern. Der entsprechende Architektenwettbewerb wird am 11. April entschieden. Ende 2012 ziehen womöglich die ersten neuen Mieter ein.
