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NWZonline.de Region Bremen

Aus zwei Posaunen wird eine Neue

02.10.2018

Zwei Wochen hat er Zeit, dann fliegt er wieder zurück in seine Heimat: Der Westafrikaner Kodzo Sitsofe Akpalu repariert zu Hause seit mehr als zehn Jahren Posaunen und Trompeten, die in Gemeinden der evangelischen Kirche von Togo eingesetzt werden. In der weltbekannten Manufaktur von „Lätzsch-Brass“ an der Schmidtstraße im Steintor verfeinert er nun seine Kenntnisse, um künftig noch besser für die Arbeit in Togo gerüstet zu sein.

„Ich muss oft improvisieren, Werkzeuge und Ersatzteile sind bei uns meist schwer zu beschaffen“, sagte der 41-jährige Akpalu. Die Manufaktur des Bremers Hans-Hermann Nienaber gehört zu den ersten Adressen für Berufsmusiker, nicht nur in Deutschland. Nienaber fertigt aus feinstem Goldmessing Posaunen und Trompeten, die in vielen Ländern gespielt werden. Das „Flächengold“, wie Bläser liebevoll ihre Instrumente nennen, wird auch in Togo seit langer Zeit eingesetzt. „In den Kirchengemeinden entstanden bis heute rund 100 Posaunenchöre, auch weil es aus finanziellen und klimatischen Gründen nicht möglich war, in den Gottesdiensten mit Orgel oder Harmonium zu musizieren“, sagte die Bremer Kirchensprecherin Sabine Hatscher.

Doch weil es in den Tropen so feucht ist, sind sie häufig auch defekt. Jährlich repariere Akpalu etwa 100 Instrumente, sagte er. Häufig muss er sich selbst aus Blech passende Ersatzteile schneiden. Gebrochene Ventilfedern werden schon mal durch Gummibänder ersetzt. „Oder aus zwei oder drei älteren und kaputten Posaunen wird eine brauchbare zusammengesetzt“, erläuterte Instrumentenbauer Hauke Dahms, der Akpalu in diesen Tagen begleitet.

Schon seit Jahrzehnten existiert eine musikalische Zusammenarbeit zwischen der Bremischen Evangelischen Kirche und der Partnerkirche in Togo. Dabei seien nicht nur deutsche Bläser-Traditionen nach Togo exportiert worden, sagte Hatscher. „Die europäischen Partner lernten afrikanische Instrumente und Gesänge.“ Ermöglicht wird der Besuch von Kodzo Sitsofe Akpalu vom Evangelischen Posaunenwerk Bremen, der Norddeutschen Mission und zahlreichen privaten Spendern. Die Posaune wird schon in der Bibel beschrieben. So ist im Alten Testament die Rede von den sieben Posaunen, mit deren Schall die Stadtmauern von Jericho zum Einsturz gebracht wurden. Mit der christlichen Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts wurde die Posaune zur „mobilen Freiluftorgel“ bei Missionsgottesdiensten und zum verbindenden Instrument einer Massenbewegung.

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