BREMEN - BREMEN - „Wird der Platz neben Ihnen frei?“ Wer gestern Nachmittag einen Sitzplatz im Rathaus ergattern wollte, der musste aufpassen. Denn der Aktionstag „Bremen alt erleben“ war sehr gut besucht. „Ich will Dich sehen!“ Unter diesem Motto stand der Alten-Nachmittag im Rathaus – bewusst angelegt als Pendant zur „Nacht der Jugend“.
Menschen sehen, Menschen begegnen: Ein wichtiger Aspekt. „Man muss auch selber etwas tun“, appellierte Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD): „Den Schritt machen und rausgehen, die Menschen kennenlernen – hin zu den Angeboten, hinein in die Begegnungsstätten und die Vereine.“
Die Senatorin zitierte einige Verse von Hermann Hesse: „Jung sein und Gutes tun ist leicht / Und von allem Gemeinen entfernt sein / Aber lächeln, wenn schon der Herzschlag schleicht, / Das will gelernt sein.“ Und weiter heißt es: „Und wem‘s gelingt, der ist nicht alt, / Der steht noch hell in Flammen / Und biegt mit seiner Faust Gewalt / Die Pole der Welt zusammen.“
Seniorenbüro, Patientinnenstelle, Arbeiterwohlfahrt: Gelegenheiten und Erfordernisse, Kontakte zu knüpfen, gibt es viele – die Informationsstände im Rathaus machten es einmal mehr deutlich. Und das Programm führte es ebenfalls vor Augen. Im Festsaal gab es Kaffee und Kuchen – auch eine schöne Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Aus der Oberen Halle klang die Jazz-Musik des Sven-Züllchner-Quartetts herüber; in verschiedenen Räumen gab es allerlei Vorträge mit Diskussionen.
Bürgermeister Jens Böhrnsen verwies auf das Schlagwort des demographischen Wandels: „Jeder vierte Bremer ist über 60 Jahre alt.“ In Zukunft gebe es „mehr Großeltern, weniger Enkel“. Der demographische Wandel sei eine „Herausforderung für eine Stadt“: „Bremen will eine Stadt sein, die attraktiv ist für Alt und Jung.“ Er, Böhrnsen, halte es mit Franz Müntefering, der einmal diesen Satz gesagt habe: „Demographie, das ist keine Krankheit.“
