BREMEN - Der Einsatz erneuerbarer Energien könne langfristig Arbeitsplätze schaffen. Darauf machte der Bund aufmerksam.

Von Ralf Sussek

BREMEN - Mit einem neun Meter hohen Dinosaurier haben Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (Bund) nun in der Bremer Innenstadt auf die nicht mehr zeitgemäße Technik des geplanten Bremer Großkraftwerks aufmerksam gemacht. Das passende Motto heißt: „Fossile ins Museum“. Denn in dem geplanten Kohlekraftwerk sollen jährlich über zwei Millionen Tonnen des fossilen Brennstoffs Steinkohle aus Übersee verfeuert werden. Und damit laut Bund über fünf Millionen Tonnen des Klimagases CO2 in die Luft geblasen.

Der Körper des neun Meter hohen Protest-Sauriers besteht aus „Symbolen der fossilen Energie-Ära“ wie Ölpipelines, Braunkohlebaggern, Benzinautos, Flugzeugen, Tankern und Kohlekraftwerken. „Das Zeitalter der Dampfmaschine ist endgültig vorbei. Eine zukunftsfähige Energiepolitik setzt auf Wind, Sonne, Biomasse, Wasser, Geothermie einerseits und auf Energiesparen und mehr Effizienz andererseits“, sagt Klaus Prietzel, Energieexperte im Bremer Bund-Vorstand. Viele Kohlekraftwerke in Deutschland und Europa hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. In den nächsten Jahren müsse die Stromerzeugung auf neue Füße gestellt werden, so der Bund.

Die großen Stromversorger setzten jedoch weiter auf Kohlekraftwerke und die swb (früher Stadtwerke) plant ebenfalls ein neues Kraftwerk für alte Energieträger. „Wir wollen jetzt von der swb eine Strategie für den Ausstieg aus der Kohle und keinen Neueinstieg“, so Bund-Sprecher Prietzel. „Bei Laufzeiten von 40 Jahren würde mit dem Neubau eines solchen Mega-Kohlekraftwerks in Bremen dagegen der notwendige Wechsel zu mehr erneuerbaren Energien verpasst.“ Die swb hat den Bund-Angaben zufolge bis jetzt in ihrer eigenen Stromerzeugung nur einen Anteil von 1,6 Prozent erneuerbare Energien.

Würde das Unternehmen auf Energieeinsparung und erneuerbare Energien setzen, könnten dagegen langfristig etwa zehnmal so viele Arbeitsplätze in den Zukunftstechnologien (erneuerbare Stromerzeugung, Energieeffizienz) und im Handwerk geschaffen werden, beruft sich der Bund auf Studien.