BREMEN - Der Bürgerschaftspräsident will aktiv für die Stimmabgabe werben. Rechtsradikale sollen so keine Chance haben.
Von Thomas Kuzaj
BREMEN - „Bremen ist mir nicht egal!“ Ein Satz, der sich gegen Gleichgültigkeit richtet. Ein Ausruf, bei dem es um die Bürgerschaftswahl am 13. Mai geht. Zur heißen Phase des Wahlkampfs gibt es jetzt eine Kampagne, die für eine höhere Wahlbeteiligung sorgen soll. Im Mittelpunkt dieser Kampagne steht der Slogan „Bremen ist mir nicht egal!“. Ersonnen wurde er an der Hochschule für Künste. Die Initiative ging von Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) aus. Die Medien in Bremen wollen ein mit dem Slogan verbundenes Signet nun als Erkennungszeichen für ihre Berichterstattung zum Thema Bürgerschaftswahl benutzen. Für Hörfunksender gibt es entsprechende Spots.Seit Jahrzehnten sinkt die Wahlbeteiligung. Mancherorts werden dramatische Tiefstände erreicht. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden lag sie unter 30 Prozent. „Das darf man so nicht hinnehmen“, sagt Weber. „Irgendwann würde mir als Kandidat auch die Legitimation fehlen, wenn die Wahlbeteiligung nur noch bei 35 oder 40 Prozent liegt. Dann kann ich mich nicht mehr als Volksvertreter bezeichnen.“ Hinzu komme: „Je höher die Wahlbeteiligung ist, desto schwerer haben es Rechtsradikale, in Fraktionsstärke im Parlament aufzutauchen.“
Wie also sind die Wähler zu mobilisieren? Ein Mittel soll eben die Kampagne sein. Studenten entwickelten bei Professorin Andrea Rauschenbusch mehrere Vorschläge. In Gesprächen mit Medienvertretern fiel die Wahl auf die Entwürfe von Niklas Hippel – eine Figur mit Megaphon ruft: „Bremen ist mir nicht egal!“ „Eine starke Kernaussage und frische Farben“, beschreibt Niklas Hippel seinen Entwurf. „Rot steht für die Bremer ‚Speckflagge‘, Blau ist politisch unverbraucht.“ Die Gestaltung sollte zudem „jung“ und „provokant“ wirken. Schließlich geht es ja auch darum, Jung- und Erstwähler zu bewegen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Geplant sei weiter, mit dem Wahlaufruf bei den Werder-Heimspielen am 20. April und 12. Mai aufzutreten. Auch in Theatern will Weber vor das Publikum treten – um zu zeigen: „Bremen ist mir nicht egal!“.
